Gerüchte um angebliche Übernahme: Edeka und Spar halten Branche in Atem

Gerüchte um angebliche Übernahme
Edeka und Spar halten Branche in Atem

Über eine angebliche Übernahme des angeschlagenen Lebensmittelhändlers Spar durch die Lebensmittel-Kette Edeka ist am Freitag erneut spekuliert worden. Einen entsprechenden Zeitungsbericht wollten beide Unternehmen jedoch nicht kommentieren.

HB DÜSSELDORF. Die größte deutsche Lebensmittel-Kette übernimmt nach Angaben aus Kreisen zunächst aber wohl nur zwei Filialen ihres Konkurrenten in Hamburg. Das „Flensburger Tageblatt“ hatte zuvor in seiner Freitagausgabe berichtet, Edeka wolle die defizitäre Spar Handels-AG vollständig übernehmen.

„Das ist großer Unsinn, an die Edeka gehen vorerst nur zwei Filialen in Hamburg“, hieß es aus den Spar nahestehenden Kreisen. „Offenbar will da jemand wieder einmal die Bereitschaft im Markt testen, Spar zu übernehmen.“ Auch nach Angaben der Branchenzeitschrift „Lebensmittel-Zeitung“ soll noch keine Entscheidung gefallen sein. Spar-Chef Fritz Ammann verhandele derzeit erneut mit Edeka und auch mit dem Branchenriesen Rewe über einen Verkauf, hieß es in dem Fachblatt. Die Banken hätten Spar aufgefordert, bis Ende April eine Lösung zu präsentieren.

Eine Edeka-Sprecherin wollte zu den Medienberichten keine Stellung nehmen. „Spekulationen und Gerüchte können wir nicht kommentieren“, sagte sie. Spar lehnte ebenfalls jeden Kommentar ab.

Die Edeka-Gruppe hatte sich im vergangenen Jahr erfolgreich gegen die Discoutketten gestemmt und Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Gewinn der Gruppe mit 200 000 Beschäftigten erhöhte sich dank Kostensenkungen und besseren Einkaufskonditionen um rund 20 %. Konkrete Ergebnisse nennt Edeka traditionell nicht. Der Umsatz nahm zugleich um knapp drei Prozent auf über 31 Mrd. € zu.

Die mehrheitlich zur französischen Handelsgruppe ITM Enterprises (Intermarche) gehörende Spar Handels AG setzte im Geschäftsjahr 2002 mit rund 23 000 Beschäftigten 7,3 Mrd. € um und wies dabei einen Konzernverlust von knapp 380 Mill. € aus. Seit der Mehrheitsübernahme im Jahr 1997 hat ITM mehrere hundert Mill. € in seine defizitäre Tochter nachschießen müssen. Im Sommer vergangenen Jahres verschärfte die Lebensmittelkette den Sanierungskurs und gab die Schließung oder den Verkauf zahlreicher Eurospar- und Intermarche-Filialen in Deutschland bekannt. Dadurch will Spar bis 2005 wieder operativ schwarze Zahlen schreiben.

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