Gerüchte um Gartengerätehersteller
Gardena steht wieder zum Verkauf

Europas größter Gartengerätehersteller Gardena könnte bald wieder den Besitzer wechseln. Die Verkaufsgerüchte halten sich aber hartnäckig, sowohl bei Gardena, als auch bei möglichen Interessenten.

mwb STUTTGART. „Wir haben immer gesagt, dass wir Gardena wieder verkaufen wollen“, sagte eine Sprecherin des schwedischen Beteiligungsunternehmen Industri Kapital. Die Schweden hatten Gardena vor gut vier Jahren für rund 330 Mill. Euro übernommen. Gewöhnlich halten Finanzinvestoren ihre Beteiligungen vier bis sieben Jahre. Zeitungsberichte, nach denen ein Verkauf kurz bevorstehe, wollte die Sprecherin nicht bestätigen und bezeichnete sie als „Gerüchte“. Eine konkrete Verkaufsentscheidung gebe es noch nicht. Ob bereits Vorverhandlungen laufen, wollte die Sprecherin weder dementieren noch bestätigen.

Die Verkaufsgerüchte halten sich aber hartnäckig, sowohl bei Gardena, als auch bei möglichen Interessenten. „Es hat bei uns noch niemand in die Bücher geschaut“, sagte ein Sprecher von Gardena lediglich.

Auf dem Markt für Gartengeräte tummelt sich nur eine Hand voll bedeutender Anbieter, darunter Firmen wie Electrolux oder der Motorsägenhersteller Stihl, der aber kein Interesse an Gardena zeigt. Bosch wirft offensichtlich ein Auge auf das Ulmer Unternehmen. Der weltgrößte Autozulieferer hat im Konzern auch eine Sparte Elektrowerkzeuge mit 2,7 Mrd. Euro Umsatz und 14 000 Beschäftigten. Erklärtes Ziel von Konzernchef Franz Fehrenbach ist es, diesen Bereich auszubauen, um die Abhängigkeit vom Autogeschäft zu verringern. Zu den Elektrogeräten gehört auch eine kleine Gartensparte mit 125 Mill. Euro Umsatz und Produkten wie Rasenmähern, Schneidgeräten und Bewässerungsanlagen. Bosch selbst gab keinen Kommentar zu möglichen Ambitionen. Generell schaue sich der Konzern aber Unternehmen immer an, wenn sie auf dem Markt sind und zum Konzern passen.

Im Geschäftsjahr 2004/2005 hatte Gardena Umsatzeinbußen von knapp sieben Prozent hinnehmen müssen. Die Erlöse summierten sich auf 393 Mill. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (Ebit) stieg nach einem Sanierungsprogramm um 14,3 Prozent auf 45,5 Mill. Euro. „Wir sind mit der Profitabilität zufrieden“, sagte eine Sprecherin des schwedischen Finanzinvestors.

Die Schweden hatten 2003 das Unternehmen von der Börse genommen, verordneten einen rigorosen Sparkurs und wechselten die Geschäftsführung aus. Die Wachstumshoffnungen des Investors erfüllten sich allerdings bei Gardena nicht. Heute gehören Industri Kapital 88 Prozent der Anteile, 12 Prozent liegen beim Management.

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