Geschäft verläuft schlechter als erwartet
Barry Callebaut verzeichnet Ertragsrückgang

Das Geschäft in Deutschland entwickelte sich nicht wie erwartet. Besonders die Stagnation der eigenen Schokoladenmarken lässt den Gewinn schrumpfen. Besonders die Hausmarke Sarotti leidet unter Preisdruck und Konsumflaute.

HB ZÜRICH. Der Gewinn sank in den ersten neun Monate um 4,4 Prozent auf 78,8  Mill. sfr, wie Barry mitteilte. Das Ergebnis lag somit deutlich unter den Analysten-Erwartungen. Die Aktie rutschte bis zur Handelsmitte um knapp neun Prozent ins Minus.
Der Betriebsgewinn EBIT stieg um vier Prozent auf 169,6 Mill. sfr. Deutlich stärker fiel dagegen das Umsatzwachstum aus, das vor allem dank der Konsolidierung der beiden zugekauften Firmen Brach„s und Lujckx um 12,3 Prozent auf 3,1 Mill. sfr betrug.

Barry Callebaut positioniert sich als ein Konzern, der vom Einkauf von Kakao über Verarbeitung und Verkauf von Zwischenprodukten bis hin zu eigenen Schokoladenmarken sämtliche Bereiche abdecken kann. Für die Umsetzung dieser Strategie spielen der deutsche Markt und der im August 2002 übernommene Schokoladenhersteller Stollwerck eine wichtige Rolle. Seit dem Zukauf von Stollwerck erzielte das Geschäft mit Verbraucherprodukten fast genau so viel Umsatz wie der traditionelle Industriebereich.

Doch in Deutschland haben die Verbraucher ihr Verhalten geändert. „Wir sind ganz und gar nicht zufrieden mit dem Konsumenten-Geschäft in Deutschland im dritten Quartal“, sagte Firmenchef Patrick De Maeseneire. Es habe einen unerwartete Verlagerung hin zu Handelsmarken gegeben, die im Vergleich zu den Eigenmarken mit fünf Prozent lediglich die Hälfte der Gewinnmarge erzielen. Unter dem Trend hin zu Handelsmarken als Folge der anhaltenden Konsumflaute und des Preisdrucks leide die eigene Marke Sarotti. Dauere diese Entwicklung an, werde Barry Callebaut nicht um eine weiteres Restrukturierung von Stollwerck herum kommen, denn nur so könne die Margen auch im Geschäft mit Handelsketten sicher gestellt werden. Auf der Kostenseite gebe es noch Spielraum.

Ob der Konzern im Gesamtjahr das in Aussicht gestellte Gewinnwachstum erreichen kann, hängt De Maeseneire zufolge von der Entwicklung in Deutschland ab. Er bekräftigte zugleich die Prognose, eines Wachstums bei EBIT und Gewinn im unteren bis mittleren zweistelligen Bereich. Das vierte Quartal sei für die Branche traditionell umsatzstark, da im August die Auslieferung für das Weihnachtsgeschäft beginne. Analysten setzten hier ein Fragezeichen. „Wir fürchten dass Barry Callebaut seine Ziele verfehlt“, so die Bank Leu. Auch Lombard Odier Darier Hentsch sieht die Erfüllung der Prognosen als schwierig an, da die Probleme in Deutschland anhalten könnten. Beide Banken wie auch Vontobel und die Zürcher Kantonalbank kündigten an, ihre Schätzungen nach unten anzupassen.

Barry Callebaut teilte zugleich den Kauf der dänischen AM Foods von Arla Foods zum 1. September mit. AM Foods ist auf Herstellung und Verkauf von Schokolade- und Cappuccino-Mischungen für Getränkeautomaten in Europa spezialisiert. AM Foods setzte im Geschäftsjahr 2003/03 (per Ende September) 34,5 Millionen Euro um. Bei Barry Callebaut dürfte der Umsatz in diesem Bereich damit etwa 91 Millionen sfr erreichen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hiess es.

REUTERS

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