Gescheitertes Terinal-Projekt
Fraport blitzt bei Weltbank mit Schadenersatzklage ab

Der Flughafenbetreiber Fraport ist bei der Weltbank mit seiner Schadenersatzklage im Streit um ein gescheitertes Terminal-Projekt auf den Philippinen abgeblitzt. In der vor vier Jahren erhobenen Klage hatte das Unternehmen Schadenersatz in Höhe von rund über 300 Millionen Euro gefordert. Die Anleger reagierten prompt auf die Nachricht.

HB FRANKFURT. Das Schiedsgericht der Weltbank habe sich für nicht zuständig erklärt, teilte das Frankfurter Unternehmen am Freitag mit. Fraport prüfe nun das weitere Vorgehen. Die Entscheidung bedeute nicht, dass das Unternehmen keinen Entschädigungsanspruch mehr habe. Die Fraport-Aktie gab an der Börse bis zu sieben Prozent nach, erholte sich im Tagesverlauf aber wieder.

Fraport hatte mit der bereits vor vier Jahren erhobenen Klage mindestens 425 Mill. Dollar (rund 313 Mill. Euro) Schadenersatz geltend gemacht.

In der Auseinandersetzung geht es um ein Terminal am internationalen Flughafen von Manila, das Fraport gemeinsam mit einem Konsortium gebaut hatte und betreiben wollte. Nach der Fertigstellung hatte die Regierung aber der Projektgesellschaft Piatco, an der Fraport 30 Prozent hält, wegen strittiger Verträge die Betriebserlaubnis verweigert und das Terminal beschlagnahmt. Die ursprünglich für 2002 geplante Inbetriebnahme musste nochmals verschoben werden, nachdem ein Teil der Decke der Ankunftshalle eingestürzt war. Nun will die Regierung das das auf 13 Mill. Passagiere im Jahr ausgelegte Terminal bis zum Jahresende in Betrieb nehmen.

Nach Angaben der philippinischen Generalanwältin Agnes Devanadera ist die Entscheidung des Weltbank-Gremiums endgültig. „Hätten wir verloren, wären die Philippinen verpflichtet gewesen, Fraport 27,6 Mrd. Peso (436 Mill. Euro) zu bezahlen“, sagte sie. Darin enthalten seien alle Ansprüche des Flughafenbetreibers sowie Gerichtskosten. Fraport könne nun die Klage bei einem anderen Gericht weiterverfolgen.

Dem Unternehmen zufolge sind noch Verfahren in Manila und Singapur anhängig, in denen die Piatco eine angemessene Entschädigung erstreiten will. In Singapur hatte das Konsortium das Internationale Handelsgericht eingeschaltet und fordert dort 565 Mill. Dollar (420 Mill. Euro). Im Herbst vergangenen Jahres hatte Fraport bereits 29 Mill. Dollar von der Regierung der Philippinen erhalten.

Negative Folgen für seine Bilanz muss Fraport nicht fürchten. Bereits 2001 und 2002 sei das gesamte Engagement für das Projekt in Manila abgeschrieben worden, erklärte das Unternehmen.

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