Geschenke und gutes Essen
Ostern spült Geld in die Kassen des Einzelhandels

Das Osterfest wird für den Einzelhandel zum kleinen Weihnachten: Die Feiertage im Frühjahr werden für die meisten Händler zum zweitwichtigsten Umsatzmotor – hier machen sie rund ein Zehntel ihres Gesamtumsatzes.
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BerlinGeschenke, festliches Essen und Süßigkeiten in Glitzerverpackung: Das Osterfest wird für den deutschen Einzelhandel immer mehr zu einer Art kleinem Weihnachten. Die Spielwarenbranche profitiert davon ebenso wie die Süßwarenhersteller oder der Lebensmittelhandel. Auch für Reiseanbieter gehören die Osterferien inzwischen zu den lukrativsten Wochen des Jahres.

„Die Geschenke zu Ostern sind für uns der zweitwichtigste Umsatzbringer nach Weihnachten“, sagt etwa Ulrich Brobeil vom Deutschen Verband der Spielwarenindustrie. Seit einigen Jahren lege der Osterhase immer mehr Spielwaren ins Nest. Inzwischen macht die Spielwaren-Branche mit den Käufen vor den Osterfeiertagen einen Umsatz von gut 200 Millionen Euro. Das entspricht rund 10 Prozent des Gesamtumsatzes.

Süßwarenbranche schaut auf den Wetterbericht

In keinem anderen europäischen Land kommt Spielwaren zu Ostern eine so große Rolle zu, berichtete Brobeil. Viele Spielwarenhersteller haben sich darauf eingestellt. Playmobil hat sogar schon einen Osterkalender im Angebot, der das Warten auf den Osterhasen verkürzen soll. Allerdings hat er im Gegensatz zum Adventskalender nur zehn Türchen.

Süßwaren sind auch in diesem Jahr der Renner, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die Nachrichtenagentur dpa ergab: Knapp acht von zehn Befragten (75 Prozent) gaben dabei an, Süßigkeiten und Ostereier ins Nest legen zu wollen. Auch für die Süßwarenbranche ist Ostern nach Weihnachten der zweitwichtigste Umsatzmotor: „Weihnachten steuert etwa 55 Prozent des Umsatzes bei, Ostern etwa 45 Prozent“, sagt Torben Erbrath, Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) in Bonn. Bei Schokolade ist Ostern nach seinen Worten sogar der Umsatzbringernummer Nummer 1 – wegen der fehlenden Konkurrenz von Gebäck.

In diesen Tagen schaut die Süßwarenbranche vor allem auf den Wetterbericht: „Wenn vor Ostern noch eine Hitzewelle käme, würde das Süßwarengeschäft dies zu spüren bekommen“, erläutert Erbrath. Er spielt darauf an, dass Verbraucher bei sommerlichen Temperaturen tendenziell weniger zu Schokolade & Co. greifen. Schlechteres Wetter wäre dagegen kein größeres Problem – dann werde das Osternest kurzerhand drinnen aufgestellt.

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