Gesellschafter können sich nicht einigen
Springer schreibt Pin und halbe Milliarde ab

Die Verhandlungen über die künftige Finanzierung des Briefzustellers Pin Group sind vorerst gescheitert. Bei Springer wird die Episode Pin nun wohl endgültig in die Konzerngeschichte eingehen als teurer Ausflug in die Welt der Postdienstleister. Das Aus für Pin bedeutet das allerdings nicht: Ein Sanierungsexperte wurde zum neuen Vorstandschef bestellt.

HB BERLIN. Der Pin-Hauptgesellschafter Axel Springer teilte mit, im Rahmen einer Pin-Verwaltungsratssitzung am Mittwoch sei deutlich geworden, "dass die Gesellschafter kein gemeinsames tragfähiges Finanzierungskonzept für die Fortführung des Geschäfts der Pin Group gefunden haben".

Pin soll aber trotz der gescheiterten Verhandlungen über eine neue Gesellschafterstruktur fortgeführt werden. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mit. Der Mitteilung zufolge übernimmt der Sanierungsexperte Horst Piepenburg den Chefposten bei der Pin Group. Piepenburg werde „alle Optionen einer Fortführung der Unternehmensgruppe prüfen“, heißt es weiter. „Derzeit laufen alle operativen Geschäfte weiter“.

Die Axel Springer AG teilte weiter mit, dass sich "in dieser Situation" voraussichtlich ein Abschreibungsbedarf von bis zu 620 Mill. Euro für die eigene Bilanz ergeben werde. Dies werde sich negativ auf den Konzernjahresüberschuss auswirken, nicht jedoch auf das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen. Weiter hieß es: "Im Konzernabschluss wird die Pin Group AG als nicht fortgeführte Geschäftstätigkeit und damit separat ausgewiesen."

Springer hatte nach früheren eigenen Angaben in den vergangenen beiden Jahren rund 620 Mill. Euro in die Pin Group investiert. Das Medienhaus hält einen Anteil von 63,7 Prozent.

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