Gesellschaftern
Eick schwört Arcandor die Treue

Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick will den Handels- und Touristikkonzern Arcandor durch das Insolvenzverfahren führen. Wie das Handelsblatt aus dem Umfeld Eicks erfuhr, hat der ehemalige Telekom-Finanzchef den Gesellschaftern einen neuen Sanierungsplan präsentiert, mit dem der Gesamtkonzern erhalten bleiben soll.

DÜSSELDORF. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick will auch nach dem Rücktritt des Generalbevollmächtigten Horst Piepenburg den angeschlagenen Handelskonzern weiter führen. Zwar hält Eick, wie das Handelsblatt aus seinem Umfeld erfahren hat, ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung und damit unter seiner Führung nicht mehr für möglich. Aber auch bei einem Regelinsolvenzverfahren, in dem der Insolvenzverwalter das Unternehmen führt, will Eick nicht aufgeben. Er will den Konzern als Ganzes erhalten. Handelskreise sehen indes eine Zerschlagung näherrücken.

Eick holte Piepenburg Anfang Juni als Generabevollmächtigten für ein Insolvenzverfahren unter Eigenregie, nachdem der Düsseldorfer Anwalt schon bei Sinn-Leffers ein solches organisiert hatte. Im kleinen Kreis sagte Eick jetzt, ohne den am Donnerstag zurückgetretenen Piepenburg sei eine Eigenverwaltung nicht möglich, er wolle sich aber keinen neuen Generalbevollmächtigten suchen. Nach Handelsblatt-Informationen hat Eick ein neues Sanierungskonzept entwickelt. Kern soll ein Unternehmen sein, das aus den beiden Töchtern Karstadt und Quelle besteht und als "integrierte Multi-Channel-Handelsorganisation" aufgestellt ist - sprich alle Vertriebskanäle bedient. Näheres will Eick erst bekanntgeben, wenn die Finanzierung geklärt ist.

Eick habe das Konzept den Gesellschaftern des Bankhauses Sal. Oppenheim und weiteren potenziellen Investoren vorgestellt, hieß es. Bislang bestehe das Konzept vor allem aus der Idee. Sie müsse bis Ende August mit Zahlen unterlegt werden. Dann endet das Insolvenzantragsverfahren, und es muss entschieden werden, was weiter mit dem Unternehmen geschieht.

Handelskreise, die Arcandor gut kennen, glauben, dass nach dem Rückzug Piepenburgs die Zerschlagung von Arcandor näherrückt. Jahrelang habe sich das Unternehmen vergeblich an der Verzahnung von Warenhaus- und Versandgeschäft abgearbeitet. "Eine Multi-Channel-Strategie unter den Bedingungen einer Insolvenz ist nicht darstellbar", sagte ein Experte. Berichte, Karstadt müsse im Juni Umsatzeinbrüche von acht Prozent verkraften, wollte Arcandor nicht bestätigen. In Handelskreisen hieß es aber, es habe im Juni wegen des Insolvenzantrags negative Effekte gegeben. Mittlerweile habe sich das Geschäft normalisiert. Bei der Versandtochter Quelle gingen die Juni-Umsätze um 50 Prozent zurück. Aber die Lage entspanne sich.

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