Gesetzliche Krankenkassen rechnen immer häufiger mit Versandhändlern ab
Online-Apotheken wachsen schnell

Immer mehr Patienten ordern Medikamente online. Allein die Internet-Apotheke Doc Morris, die seit gut vier Jahren Medikamente aus dem niederländischen Landgraaf nach Deutschland schickt, hat eigenen Angaben zufolge seit Jahresbeginn gut 200 000 neue Kunden gewonnen. Auch die Krankenkassen berichten übereinstimmend, dass sie verstärkt mit Onlineanbietern abrechnen.

FRANKFURT/M. Über den Versandhandel mit Arzneien wird seit Jahren heftig gestritten. Viele der rund 21 000 Apotheker, die sich an die deutsche Preisverordnung für Medikamente halten müssen, sehen sich durch die Billigkonkurrenz aus dem Ausland bedroht.

Für beide Parteien hat sich die Situation durch die Gesundheitsreform grundlegend verändert. Die Versandhändler, die lange in einer juristischen Grauzone agierten, wurden unter bestimmten Sicherheitsauflagen legalisiert und können seit Jahresbeginn mit allen Kassen abrechnen. Gleichzeitig trat ein neues Vergütungssystem in Kraft, das für beide Apothekenformen gilt.

„Die Versandhändler haben seither keinen echten Wettbewerbsvorteil mehr“, sagte ein Sprecher des Apothekerverbands Abda. Früher hing die Gewinnspanne der Apotheker von den Arzneipreisen ab. Die Internet-Apotheken kauften Medikamente im Ausland teilweise billiger ein, rechneten aber denselben Prozentsatz ab wie die inländischen Apotheker. Je höher der Listenpreis, desto größer ihr Vorteil. Heute werden pro Packung pauschal nur noch 6,10 Euro abgerechnet.

Dennoch beschert die neue Legalität den Onlineanbietern reichlich Aufträge. Doc Morris rechnete in diesem Jahr nach eigenen Angaben bereits gut 1,8 Mill. Pillenpackungen mit den gesetzlichen Kassen ab. Die ebenfalls aus Holland agierende Europa-Apotheek lieferte 200 000 Packungen an Kassenpatienten.

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