Gespräch mit Oberbürgermeisterin Roth
Frankfurt will Kontrolle über Flughafen und Messe behalten

Trotz aller Widerstände und anderslautender Spekulationen hat die Stadt Frankfurt nicht vor, sich von der Frankfurter Messe oder ihren Anteilen am Frankfurter Flughafen zu trennen. Die Kommune will weiterhin die Kontrolle über die wichtigen regionalen Arbeitgeber behalten.

HB FRANKFURT. Die Gesellschafter lehnten derzeit einen Börsengang der Messe definitiv ab, sagte Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU). „Die Messe bleibt eine GmbH.“ Roth deutete jedoch an, dass bei Stadt und Land Bereitschaft bestehe, einen dritten Anteilseigner ins Boot zu holen.

Frankfurt hält 60 Prozent an der drittgrößten Messegesellschaft Deutschlands, das Land Hessen 40 Prozent. An der Gesellschafterstruktur soll sich auch beim Einstieg eines neuen Anteilseigners nichts ändern. „Die Stadt würde weiter größter Gesellschafter bleiben, das Land weiterhin die Nummer zwei“, sagte Roth.

Auf dem Frankfurter Messegelände finden jedes Jahr rund 100 Fach- und Publikumsmessen statt, darunter so bekannte wie die Frankfurter Buchmesse, die Konsumgüterschauen „Ambiente“ und „Tendence Lifestyle“, sowie alle zwei Jahre der größte Auto-Branchentreff IAA. Die Messegesellschaft setzte im vergangenen Jahr rund 380 Mill. Euro um. Über einen Börsengang des Unternehmens wird seit Jahren immer wieder spekuliert.

Auch Flughafen ist tabu

Auf absehbare Zeit sei kein Anteilsverkauf am Frankfurter Rhein-Main-Airport geplant, sagte Roth. Als zweitgrößter Anteilseigner wolle die Stadt die Geschicke beim wichtigsten Arbeitgeber der Region weiterhin mitbestimmen. Frankfurt hält gut 20 Prozent an der börsennotierten Betreibergesellschaft Fraport, das Bundesland Hessen 32 Prozent. Die Lufthansa als Hauptnutzer war kürzlich mit knapp 10 Prozent eingestiegen.

Internationale Investoren sprechen sich seit längerem dafür aus, den öffentlichen Einfluss bei Fraport deutlich unter die 50-Prozent-Marke zurückzudrängen. Das Land Hessen ist anders als die Stadt bereit, sich mittelfristig von Anteilen zu trennen.

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