Gespräche auf den 31. August vertagt
Tarifstreit der Touristikbranche geht in neue Runde

Bei den Tarifverhandlungen für die deutsche Touristikbranche zeichnet sich weiter keine Einigung ab. Am Abend vertagten Arbeitgeber und Gewerkschaften ihre Gespräche auf den 31. August. Dann geht es in die dritte Runde.

HB FRANKFURT. „Wir sind ohne Annäherung auseinander gegangen und haben uns auf den 31. August vertagt“, sagte ein Sprecher der Arbeitgeberseite am Montagabend. Die Gewerkschaft sei bisher nicht bereit, auf den Forderungskatalog der Arbeitgeber einzugehen. „Wir wollen aber einen weiteren Versuch unternehmen“, sagte ein Sprecher des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes (DRV).

Verdi-Verhandlungsführer Henry Sieb hatte zum Auftakt der Gespräche für die gut 70 000 Beschäftigten die Rücknahme zentraler Arbeitgeber-Forderungen zur Bedingung für weitere konstruktive Gespräche gemacht. „Die Pläne, Urlaubs- und Weihnachtsgeld komplett streichen zu können, müssen vom Tisch“, sagte Sieb der Nachrichtenagentur Reuters. „Ansonsten sind wohl keine konstruktiven Gespräche möglich.“ Die Tarifgemeinschaft des DRV beharrt dagegen nach eigenen Angaben auf einschneidende Veränderungen der bisherigen Regelungen für Sonderzahlungen und Arbeitszeiten. „Wir haben nichts zurückgenommen“, sagte der Sprecher.

Sieb sagte, die Gewerkschaft sei zu flexiblen Modellen bereit, aber nicht um den Preis von Einkommenskürzungen von bis zu 30 %. Er kritisierte den Vorstoß von Branchenführer Tui, der jüngst mit dem Austritt aus dem DRV gedroht hat, falls sich keine einschneidenden Veränderungen am Flächentarifvertrag durchsetzen ließen. Für Tui Deutschland müsste dann mit Verdi ein Haustarifvertrag ausgehandelt werden. „Das wird auch nicht unbedingt einfacher für Tui“, sagte Sieb. „Mit einem Austritt würde Tui vor allem den DRV und damit letztlich die Branche in Deutschland schwächen.“

Die vorzeitigen Tarifverhandlungen für die Reisebranche gehen zurück auf eine frühzeitige Kündigung der noch bis Jahresende gültigen Tarifverträge durch den DRV. Die Touristikunternehmen, darunter Tui und Thomas Cook , wollen mit einem neuen Flächentarifvertrag finanzielle Kürzungen und flexiblere, am Bedarf orientierte Arbeitszeiten von bis zu 48 Stunden pro Woche durchsetzen.

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