Gespräche über Zusammenschluss: LTU und Condor bändeln an

Gespräche über Zusammenschluss
LTU und Condor bändeln an

Die vergangenen Jahre hat der Düsseldorfer Ferienflieger LTU nur Verluste eingeflogen. 2006 bildet da keine Ausnahme. Doch die roten Zahlen werden kleiner. Dass sie ganz verschwinden, dafür könnte ein Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Condor sorgen. Gespräche laufen schon.

HB DÜSSELDORF. „Wir sprechen sehr konkret miteinander“, sagte LTU-Mehrheitseigentümer Hans Rudolf Wöhrl am Donnerstag in Düsseldorf bei der Bilanzvorlage. Derzeit drehten sich die Gespräche um die möglichen Kosteneinsparungen, die ein solches Bündnis bringen könnte. Wöhrl bezifferte das Einsparpotenzial auf etwa 70 Mill. Euro für beide Unternehmen. Danach wäre über die Bewertung der Unternehmen für einem Zusammenschluss zu sprechen. Wöhrl sieht das Bewertungsverhältnis bei etwa 1 zu 1.

Der Ausgang der Gespräche sei offen. Die Existenz der LTU hänge davon nicht ab, sagte Wöhrl. Zudem habe er noch weitere Gesprächspartner in der Hinterhand: „Es gibt eine Reihe von Interessenten, mit denen wir sprechen.“ Auch mit Air-Berlin-Chef Achim Hunold stehe er in Kontakt. Dieser habe sich bisher eher abgeneigt gegenüber einer Verbindung mit LTU gezeigt. Mit Condor seien die Gespräche am weitesten gediehen. Am Ende könne sogar ein Börsengang des fusionierten Unternehmens stehen.

Thomas-Cook-Eigner Karstadt-Quelle zeigte sich überrascht über den öffentlichen Vorstoß von Wöhrl. „Wir bleiben bei unserer bisherigen Linie und kommentieren dieses Thema nicht“, sagte ein Konzernsprecher. Karstadt-Quelle-Chef Thomas Middelhoff hatte nach der Komplettübernahme des Reisekonzerns erklärt, die Fluggesellschaft Condor solle eine aktive Rolle bei möglichen Übernahmen und Allianzen spielen.

Rote Zahlen

Nach einem Verlust im vergangenen Jahr plant die LTU für 2007 zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis, wie Geschäftsführer und Miteigentümer Jürgen Marbach sagte. Bei einer guten Umsatzentwicklung sei auch Gewinn in zweistelliger Millionenhöhe möglich. Schon im vergangenen Jahr sei es gelungen, den Verlust deutlich von mehr als 45 Mill. Euro auf „nur“ noch 14 Mill. Euro zu reduzieren, betonte das Unternehmen. Der Umsatz stieg gleichzeitig um 11,3 Prozent auf 1,06 Mrd. Euro.

„Wir blicken wirklich optimistisch in die Zukunft“, sagte Haupteigentümer Wöhrl. Im ersten Quartal 2007 verzeichnete der Ferienflieger nach Angaben von Geschäftsführer Jürgen Marbach ein Umsatzwachstum von 12,5 Prozent. Auch für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzplus von mehr als 5 Prozent.

Weniger Ferienflieger, mehr Linienflieger

Dabei profitiert die Fluggesellschaft von ihrem allmählichen Positionswechsel vom reinen Ferienflieger hin zur Linienfluggesellschaft. Der Charteranteil soll in diesem Jahr von 60 auf 55 Prozent sinken. Gleichzeitig gewinnen die Langstreckenverbindungen weiter an Bedeutung.

Wöhrl hatte die LTU im vergangen Jahr vom Haupteigentümer Rewe übernommen und einen Minderheitsanteil an Marbach weitergereicht. Erklärtes Ziel von Wöhrl ist es, die Gesellschaft mit allen Mitteln wieder profitabel zu machen. Ein solches Kunststück ist ihm bereits mit der DBA gelungen, die er von British Airways erworben, saniert und kürzlich an Air Berlin weiterverkauft hat. Die Wurzeln von Wöhrl liegen im Textil-Einzelhandel.

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