Gespräche zwischen Lufthansa und Tui offenbar weit fortgeschritten
Blockbildung am deutschen Himmel

Die Konsolidierung der deutschen Fluggesellschaften geht in die letzte Runde. Mit der geplanten Fusion der Lufthansa -Billigflugtochter Germanwings mit Tuifly wäre die Blockbildung in Deutschland in die Lager Deutsche Lufthansa (mit Germanwings und Tuifly) sowie Air Berlin (mit DBA, LTU und Condor) abgeschlossen. Die Gespräche zwischen der Lufthansa und Tui sind indes offenbar weiter fortgeschritten als bislang bekannt.

tak/ek/HB DÜSSELDORF. Die Gespräche mit Tui über eine Fusion der Fluglinien Germanwings und Tuifly sind laut "Süddeutsche Zeitung" bereits weit gediehen. Die Zeitung schreibt am Freitag unter Berufung auf Branchenkreise, Lufthansa und Tui wollten nach einer Fusion jeweils 40 Prozent an dem neuen Unternehmen halten. 20 Prozent solle der Eurowings -Mehrheitseigner Albrecht Knauf erhalten. Am Freitag setzten sich Lufthansa-Aktien zu Handelsbeginn mit einem Anstieg von 1,12 Prozent auf 17,98 Euro an die Dax-Spitze.

Am Donnerstag hatten Analysten die offiziell von Lufthansa und Air Berlin noch nicht bestätigten Fusionspläne begrüßt. Die Aktien der beiden Konzerne hatten leicht zugelegt. "Ein Zusammengehen wäre positiv zu bewerten. Sowohl Air Berlin als auch Lufthansa würden profitieren“, sagte Uwe Weinreich von Unicredit. Tuifly würde als dritte und preisaggressive Kraft vom Markt verschwinden. Ein Duopol wäre die Folge. Per-Ola Hellgren von der Landesbank Baden-Württemberg sagte, eine Konsolidierung des fragmentierten deutschen Marktes helfe den Billigfliegern, im europäischen Wettbewerb mitzuhalten.

Die Gespräche zwischen Lufthansa und dem Touristikkonzern Tui stehen erst am Anfang, hatte es am Mittwoch in Branchenkreisen geheißen. Beide hatten zwar schon im Sommer intensiv miteinander verhandelt, doch war damals noch Condor mit an Bord, die Ferienfluglinie des Reisekonzerns Thomas Cook. Die Gespräche der drei über das Projekt Bluewings scheiterten jedoch. Der Mehrheitseigner von Condor entschloss sich, die Fluglinie bei der deutschen Nummer zwei, Air Berlin, einzubringen. Der Konsolidierungsdruck führte Tuifly und Germanwings "nach einer Schockfrist“ – wie es ein Insider formuliert – jetzt wieder zusammen.

Viele Details des geplanten Deals stehen nach Informationen des Handelsblatts noch nicht fest. Unklar ist etwa noch, ob Tuifly als Einheit mit Germanwings verschmolzen wird oder ob Tuifly in die Ursprünge Billigfluggesellschaft (früher HLX) und Charterfluggesellschaft (früher Hapagfly) aufgespalten wird. Bei einer Aufspaltung würde HLX mit Germanwings fusionieren, und das veranstalterabhängige Charterfluggesellschaft von Hapaqfly bliebe beim Touristikkonzern Tui.

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