Gestiegene Rohstoffkosten
Neue Preisrunde im Supermarkt

Die großen international tätigen Konsumgüterhersteller haben wegen der stark gestiegenen Rohstoffkosten Angst um ihre Umsatzrendite und erhöhen deshalb auf breiter Front die Preise. Discounter haben bereits unbemerkt vorgelegt, am Mittwoch kündigte Henkel für das zweite Halbjahr Preiserhöhungen von fünf bis zehn Prozent an. Andere werden nachziehen, glauben Experten.

DÜSSELDORF. Am Donnerstag wird nach Einschätzung von Branchenexperten der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller, Nestlé, bei der Vorstellung der Quartalszahlen mit erneuten Preissteigerungen nachziehen.

"Wir rechnen bei Nestlé mit einem organischen Wachstum im zweiten Quartal von 9,4 Prozent, wobei allein fünf Prozentpunkte auf bereits durchgesetzte Preissteigerungen zurückzuführen sind", sagt Barbara Ambrus, Analystin der Landesbank Baden-Württemberg. Auch Nivea-Hersteller Beiersdorf plant eine Preiserhöhung im zweiten Halbjahr.

Experten erwarten, dass in den kommenden Monaten zahlreiche Unternehmen weitere Preiserhöhungen ankündigen werden. "Ich sehe nicht, wie die Firmen den derzeitigen Kostendruck anders kompensieren könnten", sagt Georg Tacke von der auf Preismanagement spezialisierten Beratungsgesellschaft Simon-Kucher & Partners. Ankündigungen wie die von Beiersdorf und Henkel seien nur die Spitze des Eisbergs.

Dass sie die Preiserhöhung großflächig in der Öffentlichkeit ankündigen, ist offenbar Teil der Strategie. Denn so wird ein Signal an die Wettbewerber gegeben - in der Hoffnung, dass diese ebenfalls die Preise erhöhen. Zum anderen werden die Konsumenten vorbereitet - mit dem Ziel, dass sie nicht den Händler vor Ort für die Preiserhöhung verantwortlich machen. Berater Tacke rechnet fest damit, dass Beiersdorf und Henkel die Preiserhöhungen gegenüber dem Handel durchsetzen werden. Möglich ist dies, weil beide Konzerne über starke Marken verfügen, die der Einzelhandel dringend benötigt. Anders ist dies bei Produkten wie Milch: Dabei greift der Handel stark in die Preisgestaltung ein - ein Grund dafür, dass die Landwirte ihre Forderungen zuletzt nicht vollständig durchsetzen konnten.

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