Gesundheitssystem
Kliniken geben nur wenig Geld für IT aus

Deutsche Krankenhäuser geben vergleichsweise wenig aus für Informationstechnologie. Dabei könnten sie durch den Einsatz moderner Systeme viele Abläufe in den Krankenhäusern effizienter gestalten. Bislang wird IT besonders bei der Betriebswirtschaft, der Dokumentation und der Logistik genutzt.

DÜSSELDORF. Würden Kliniken Informationstechnik auf die selbe Weise wie Produktionsunternehmen einsetzen, könnten sie viele Abläufe in den Krankenhäusern effizienter gestalten, Kosten optimieren und gleichzeitig den Patienten und Mitarbeitern das Leben angenehmer machen. Wird beispielsweise heute ein Verletzter in eine Unfallstation eingeliefert, dann ist die Art und Weise wie der Patient versorgt wird, in der Regel abhängig von der Arbeitsweise des jeweiligen Arztes. Er legt fest, welche Untersuchungen in welcher Reihenfolge erfolgen und wie die Therapie aussieht. Das führt besonders dann, wenn viele Patienten versorgt werden müssen, zu langen Wartezeiten und einer ineffizienten Nutzung der Ressourcen.

"Die meisten IT-Systeme in Kliniken werden für die Betriebswirtschaft, Dokumentation und Logistik eingesetzt", sagt Bernhard Calmer, Vertriebsleiter für Healthcare-IT bei Siemens. Von einer Steuerung der Arbeitsabläufe seien Krankenhäuser in Deutschland noch weit entfernt, sagt Calmer. Hier gebe es nur einzelne Insellösungen.

IT werde in deutschen Krankenhäusern immer noch als reiner Kostenfaktor gesehen, ohne dass der Mehrwert der Lösungen erkannt werde, sagt Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender des gleichnamigen Anbieters von Krankenhausinformationssystemen. Im Schnitt investieren Kliniken zwei Prozent ihres Budgets in Soft- und Hardware. Andere Branchen wie Banken oder die Automobilindustrie geben etwa das doppelte aus. "Es ist ein konservativer Markt. Anbieter können hier nicht stark wachsen, sondern müssen sich mit wenig zufrieden geben", sagt der Manager, der sein Unternehmen im vergangenen Jahr auch im Gesundheitsmarkt der Schweiz positioniert hat und hofft, dort besser zu verdienen. In der Schweiz sei die Nachfrage groß und es gebe nur wenige Anbieter, die alle mit veralteten Technologien arbeiteten, so Meierhofer.

Der Umsatz mit IT im Gesundheitswesen betrug 2008 in Deutschland rund vier Mrd. Euro. "Der Markt wächst stetig um etwa fünf Prozent pro Jahr - auch in der Krise", sagt Aladin Antic, Geschäftsbereichsleiter IT beim Krankenhaus-Dienstleister Vamed Deutschland, einer Fresenius Tochter, die vor allem für öffentliche Kliniken arbeitet.

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