Getränkeabholmärkte
Trinkgut konkurriert jetzt auch mit Jacques’ Wein-Depot

Die westdeutsche Getränkemarkt-Kette Trinkgut will dem Weinfilialisten Jacques’ Wein-Depot künftig mehr Konkurrenz machen. Durch eine fachkundige Beratung sollen die Kunden an qualitativ gute Weine in der mittleren und oberen Preiskategorie heranführt werden.

KREFELD. Die westdeutsche Getränkemarkt-Kette Trinkgut will dem Weinfilialisten Jacques’ Wein-Depot künftig mehr Konkurrenz machen. „Wir wollen unsere Kunden durch eine fachkundige Beratung an qualitativ gute Weine in der mittleren und oberen Preiskategorie heranführen“, sagte Trinkgut-Inhaber Torsten Toeller dem Handelsblatt.

Toeller hat erst vor kurzem angekündigt, mit seiner Getränkemarkt-Kette in den nächsten Jahren einen strikten Expansionskurs zu fahren. Die Zahl der bisher bestehenden 185 Trinkgut-Märkte soll sich bis zum Jahr 2010 auf 400 mehr als verdoppeln.

„Jacques’ Wein-Depot“, ein Unternehmen der Hawesko-Gruppe, verfügt bundesweit über etwa 250 Läden und erlöst jährlich rund 100 Mill. Euro. Die im Familienindex Gex notierte Hawesko Holding, zu deren Kerngeschäft auch ein Wein-Versand sowie ein Weingroßhandel gehört, erreichte 2005 einen Jahresumsatz von insgesamt 287 Mill. Euro. „Wir nehmen die Trinkgut-Pläne ernst“, sagt Thomas Hutchinson, Investor-Relations-Manager bei Hawesko. Das Unternehmen vertraue aber auf die Markenkraft und die Kundenbindungspogramme des 1974 gegründeten „Jacques’“. Wegen der derzeit herrschenden Konsumflaute wolle man nicht wie früher bis zu zwanzig Geschäfte jährlich neu eröffnen, sondern mit etwa fünf Läden pro Jahr weiter profitabel wachsen, so Hutchinson.

„Derzeit machen wir nur rund fünf Prozent unseres Jahresumsatzes von 490 Mill. Euro mit Wein, dabei ist der deutsche Weinmarkt mit insgesamt etwa vier Mrd. Euro fast genauso groß wie der Biermarkt“, sagt Trinkgut-Chef Toeller. Der 39-jährige mit Branchenpreisen mehrfach ausgezeichnete Unternehmer, möchte seine Franchisenehmer aber nicht zu absoluten Weinkennern ausbilden, sondern mit Hilfe eines Informationssystems, das nach dem Einscannen des EAN-Codes auf dem Etikett entsprechende Informationen über die Qualität der Weine und den Trinkanlass liefert, die Beratung der Kunden erleichtern. Dazu sollen auch noch Verkostungen wie im Weinfachhandel kommen.

Trinkgut kann bei dem Aufbau von Weinkompetenz seine guten Kontakte zur Rewe-Dortmund eG nutzen, die schon für das im Vergleich zu Konkurrenzunternehmen umfassende Spirituosenangebot des Getränkehändlers verantwortlich zeichnet.

Nach dem frühen Tod seines Schwiegervaters und Trinkgut-Gründers Udo Täubrich im Jahr 2004 hat Toeller das System seiner erfolgreichen Tiernahrungskette „Fressnapf“ auf die Getränkemärkte übertragen. Fressnapf ist mit 730 Läden in zehn Ländern inzwischen Marktführer für Tiernahrung und Tierzubehör in Europa. Toeller führt beide Unternehmen als so genannte Fachdiscounter. Wobei er die Beratungsstärke eines Fachmarktes mit der Preisaggressivität eines Discounters verbinden will.

Toellers Expansionsgelüste haben bereits die Konkurrenz auf den Plan gerufen: So ist auch für die Dursty-Märkte der Brauerei Veltins weiteres Wachstum angesagt. Bis 2010 sollen zu den mehr als 200 bestehenden Geschäften 100 weitere hinzukommen. Toeller will dessen ungeachtet bis 2010 das „Double“ schaffen. Sowohl Fressnapf als auch Trinkgut sollen dann bereits die Umsatzmilliarde erreichen.

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