Gewerkschaft
Betriebsräte bei Burger King unter Druck

Die Fast-Food-Kette Burger King behindert offenbar die Arbeit der Betriebsräte. Die Arbeit werde massiv behindert, klagt die Gewerkschaft. Betriebsvereinbarungen sollen kurzerhand gekündigt worden sein.
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NürnbergBei Burger King droht nach Gewerkschaftsangaben eine Zerschlagung vieler Betriebsräte. Nach der Übernahme von 91 Filialen durch die Firma Yi-Ko aus Stade werde die Arbeit der Betriebsräte massiv behindert, berichtete die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) am Montag in Nürnberg.

Der neue Inhaber der Burger King GmbH mit über 3000 Beschäftigten habe sämtliche Betriebsvereinbarungen gekündigt. Dies geht auch aus einer vertraulichen Mail von Yi-Ko Geschäftsführer Ergün Yildiz hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Bei Yi-Ko war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Burger King hatte den Franchise-Nehmer Ergün Yildiz Anfang Mai als erfahrenen Restaurantbetreiber vorgestellt, „der seit mehr als einer Dekade seine Leidenschaft für die Marke unter Beweis stellt“.

Nun soll Yildiz der NGG zufolge aber angeordnet haben, dass Betriebsratsarbeit nicht mehr in der Zeiterfassung registriert werden darf und somit auch nicht mehr bezahlt wird. Gewerkschaftssekretär Jan Körper kündigte massiven Widerstand der NGG an. Er glaubt nicht an den Erfolg für Yi-Ko: „Auf diese Weise kann man kein kundenorientiertes Unternehmen führen.“ Das sei betriebswirtschaftlicher Wahnsinn.

Im Raum Nürnberg konnten die Rechte der Burger King-Mitarbeiter dagegen gestärkt werden: Für die zwölf Restaurants gibt es dort seit Montag erstmals einen Betriebsrat. „Der Franchise-Nehmer vor Ort hat das Projekt vorbildlich unterstützt“, lobte Körper. Der frischgebackene Betriebsrats-Vorsitzende Vitali Zeller äußerte sich am ersten Tag zufrieden: „Es sind eher Kleinigkeiten, die wir anpacken wollen.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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