Gewerkschaft GDL
In den nächsten Tagen stehen wieder Bahnen still

Mit 91 Prozent Zustimmung der Mitglieder hat die Lokführer-Gewerkschaft GDL beschlossen, bereits in den nächsten Tagen zu streiken. Bahnkunden sollen aber rechtzeitig vorgewarnt werden, um alternativ planen zu können.
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Frankfurt/MainBahnreisende stehen vor einer harten Geduldprobe: Die Lokführergewerkschaft GDL will mit ihrem angekündigten Streik den Zugverkehr bei der Deutschen Bahn komplett zum Erliegen bringen. Man werde „in den nächsten Tagen zum flächendeckenden, befristeten Streik aufrufen“, teilte die Gewerkschaft am Montag mit.

Dann sollten Fern- und Regionalzüge ebenso stillstehen wie Güterzüge und die von der Deutschen Bahn betriebenen S-Bahnen, erläuterte eine Sprecherin. Gewerkschaftschef Claus Weselsky sagte auf „Phoenix“: „Wir geben den Streik so rechtzeitig bekannt, dass alle betroffenen Menschen ihre Verkehrsmittel alternativ planen können.“

Das Zugpersonal lasse sich nicht einschüchtern, hieß es in der GDL-Mitteilung. Das beweise die Urabstimmung, bei der in der vergangenen Woche 91 Prozent der Stimmen auf Streiks entfielen. Nicht alle Arbeitnehmer-Vertreter im Konzern können sich jedoch mit Weselskys Kurs anfreunden. Angesichts wachsender Konkurrenz der GDL mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) warnte der Konzernbetriebsrat abermals vor einer Spaltung der Belegschaft.

„Insbesondere für unsere Kollegen in den Bahnhöfen und auf den Zügen spitzt sich die Situation immer weiter zu“, kritisierte der Vorsitzende Jens Schwarz. Für die Kunden mache es keinen Unterschied, zu welcher Gewerkschaft die Kollegen gehörten. Der Betriebsrat berichtete auch von Streitigkeiten der Kollegen untereinander.

Die Bahn nannte den angekündigten Streik völlig überflüssig. Personalvorstand Ulrich Weber wies den Vorwurf zurück, die Bahn verweigere Verhandlungen und treibe die Gewerkschaft in den Konflikt. „Der GDL-Führung geht es aber darum, das Terrain von Konkurrenzgewerkschaften erobern zu wollen. Dafür nimmt sie Schaden für Kunden, Mitarbeiter und Unternehmen in Kauf.“

Die Lokführer fordern fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Verhandlungen darüber scheiterten jedoch daran, dass die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) auch für das übrige Personal im Zug verhandeln will, etwa für Zugbegleiter und Speisewagen-Mitarbeiter. Die Bahn lehnt das ab. Die GDL rivalisiert dabei mit der größeren EVG. Am Donnerstag war nach den bisherigen Warnstreiks eine Urabstimmung über reguläre Streiks zu Ende gegangen.

Die Bahn hatte in der vergangenen Woche ein neues Angebot gemacht, um Streiks noch abzuwenden. Demnach sollten die Verhandlungen ruhen, bis die Bundesregierung das geplante Gesetz zur Tarifeinheit auf den Weg gebracht hat. Bis dahin sollten die Lokführer zwei Prozent mehr Geld erhalten. In einem Brief Weselskys an die Arbeitgeber vom Montag heiß es dazu: „Übersetzt heißt das: „Nehmt die Brosamen des Arbeitgebers, bevor euch die Regierung mit einem Gesetz zur Tarifeinheit endgültig den Garaus macht!“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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