Gewerkschaft GDL
Lokführer gewähren kurze Streikpause

Die Lokführergewerkschaft GDL will nach dem Ende des aktuellen Ausstands vor dem kommenden Dienstag nicht streiken. Unterdessen trifft der Streik die Pendler im Osten Deutschlands am härtesten. Dort schlagen auch die Ausfälle im Güterverkehr besonders heftig zu Buche: Die Versorgungslage entwickele sich dramatisch, heißt es bei der Bahn. Die Folgen bereiten der Wirtschaft zunehmend Sorge.

HB FRANKFURT/MAIN. Die Lokführergewerkschaft GDL will am kommenden Montag über eine Fortsetzung ihres Arbeitskampfes bei der Bahn entscheiden. „Der jetzige Streik endet am Samstag um 2.00 Uhr, bis einschließlich Montag wird es dann keine Streiks geben“, sagte die Sprecherin der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Gerda Seibert, am Freitag in Frankfurt. „Die Streikbereitschaft ist nach wie vor hoch und von der Basis besteht auch die Forderung nach einem unbefristeten Streik.“ Die GDL bleibe gegenüber der Bahn bei ihrer Forderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag für das Fahrpersonal und bis zu 31 Prozent mehr Geld.

Unterdessen haben die Streiks bei der Bahn auch am Freitagmorgen bundesweit zu Beeinträchtigungen geführt. Besonders betroffen sei Ostdeutschland, wo nur 20 Prozent der Regionalzüge verkehrten, teilte die Bahn in Berlin mit. In Westdeutschland seien es 50 Prozent. Ingesamt werde der Ersatzfahrplan im Personenverkehr aber eingehalten. Im Fernverkehr führen rund ein Drittel der Züge. Bundesweit verkehrten fast 500 Ersatzbusse; 1000 Service-Mitarbeiter seien zusätzlich im Einsatz.

Heftig zugespitzt hat sich die Lage im Güterverkehr. „Die Versorgungslage vor allem in den neuen Bundesländern entwickelt sich dramatisch. Hier können wir nur noch die für die Versorgung wichtigsten Züge fahren“, sagte der für Transport und Logistik zuständige Vorstand Norbert Bensel.

In Westdeutschland sei die Lage im Güterverkehr besser. Doch schränkte er ein: „Zunehmend schlagen die Automobilfirmen Alarm, weil Zulieferungen ausbleiben.“ Der Generalstreik in Frankreich tue sein übriges. Die Produktion im Audi-Werk in Brüssel liegt bis Montag still, weil Züge mit Karosserieteilen ausbleiben. Auch in einigen Elektrostahlwerken im Osten droht ein Produktionsstopp.

Die Lokführergewerkschaft GDL will den größten Bahnstreik in der deutschen Geschichte noch bis Samstagmorgen durchhalten. Bereits am Donnerstag war der Regionalverkehr im Osten nahezu zum Erliegen gekommen. Große Probleme gab es auch hier in vielen Großstädten bei den S-Bahnen. Trotzdem hatte der Bahn-Aufsichtsrat am Donnerstag Konzern-Chef Hartmut Mehdorn den Rücken für seine harte Linie gestärkt.

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