Gewerkschaft lehnt BA-Vorschläge zur Deckung ab
Milliardenloch in Pensionskasse bei British Airways

Bei der Fluggesellschaft British Airways klafft ein Milliardenloch im firmeneigenen Pensionsfonds. Das Defizit werde sich von 928 Mill. auf rund 2,1 Mrd. Pfund (3,1 Mrd Euro) erhöhen, trotz einer bereits erfolgten Verdoppelung der Leistungen seitens British Airways und einer Erholung der Aktienmärkte. Dies bedeute, dass jährlich 497 Mill. Pfund zugeschossen werden müssten, teilte der Konzern am Freitag mit. Derzeit werde mit den Treuhändern an einem Finanzierungsplan gearbeitet.

HB LONDON. Das Finanzloch ist damit doppelt so hoch wie bislang veranschlagt. Verhandlungen mit den Gewerkschaften über Maßnahmen, das Loch zu stopfen, machten derweil keine Fortschritte. Die Vorschläge von BA seien inakzeptabel, sagte ein Vertreter der Transportgewerkschaft T&G. BA-Chef Willie Walsh zeigte sich indes zuversichtlich, eine Einigung bis Mitte November zu erreichen. Zur Diskussion stehen Punkte wie eine Anhebung des Rentenalters der Piloten und eine Kürzung der Steigerungsraten.

Grund für das gestiegene Defizit seien neue bilanztechnische Bewertungen, teilte BA mit. Zunächst war von einem Defizit in Höhe von lediglich 928 Mill. Pfund ausgegangen worden. Analysten hatten maximal mit einer Ausweitung auf bis zu 1,8 Mrd. Pfund gerechnet. Der Anstieg habe auch nicht durch eine Erholung auf dem Aktienmarkt und eine Verdoppelung der BA-Beiträge wettgemacht werden können, erklärte die Gesellschaft. Wegen niedriger Zinssätze und einer steigenden Lebenserwartung ist das Defizit immer weiter angewachsen. BA-Aktien gaben nach der Mitteilung um 1,3 Prozent nach, da das Defizit in der Pensionskasse die Firmenergebnisse belasten könnte.

„Das Defizit ist gewaltig und wir müssen es bewältigen“, sagte Walsh. BAs Vorschlag zur Lösung des Problems sichere die Zukunft sowohl des Unternehmens als auch der Pensionszahlungen. Die Fluglinie will das Rentenalter seiner 2500 Piloten von 55 auf 60 Jahre anheben. Die übrigen Beschäftigten sollen künftig erst mit 65 in Rente gehen. Außerdem sollen die Pensionsbezüge künftig langsamer steigen als bisher. Zudem will BA 500 Mill. Pfund in die Pensionskasse einzahlen.

Der Konzern könne nicht all seine Barreserven aufbrauchen, um die Lücke im Pensionsfonds zu schließen, hieß es in einem Schreiben der Treuhänder des BA-Fonds. Dies würde auf lange Sicht die Zukunft des Unternehmens gefährden. Zugeständnisse der Arbeitnehmer, wie eine Kürzung künftiger Leistungen, würden ebenfalls helfen, das Defizit zu reduzieren.

Der Gewerkschafts-Beauftragte für den Luftverkehr, Brendan Gold, bezeichnete das Angebot als unfair. „Wir haben immer eingestanden, dass es ein Finanzierungsproblem gibt, aber die Nachrichten von heute ändern nichts daran, dass BAs Rentenkürzungen unfair und inakzeptabel sind und daher keine Basis für Verhandlungen darstellen."

BA-Chef Willie Walsh nannte das Defizit eine der größten Herausforderungen, denen sich der Konzern stellen müsse. Die Vorschläge an die Arbeitnehmerseite nannte er fair. Er sei zuversichtlich, dass die Probleme gelöst werden.

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