Gewerkschaft Verdi gibt sich gesprächsbereit
Streik bei der Post könnte doch noch abgewendet werden

Im Tarifstreit bei der Deutschen Post hat die Gewerkschaft kurz vor Beendigung der Urabstimmung neue Gesprächsbereitschaft signalisiert. "Wir sollten versuchen, den Dauerstreik in letzter Minute abzuwenden", sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis. Sie stellt aber eine Bedingung.

HB DÜSSELDORF. Verdi sei zu einem neuen Treffen mit der Post-Spitze bereit, sobald der Konzern auf längere Arbeitszeiten für weite Teile der Belegschaft verzichte, sagte Kocsis der "Bild"-Zeitung

Post-Sprecher Uwe Bensien erklärte am Montag, an der Haltung des Konzerns habe sich nichts geändert. "Wir sind weiterhin uneingeschränkt gesprächsbereit und wollen eine Lösung am Verhandlungstisch", betonte er. Zur Äußerung von Kocsis sagte Bensien: "Wir haben das zur Kenntnis genommen." Inhaltlich könne er dazu nichts weiter sagen, denn Tarifverhandlungen würden "nicht in der Öffentlichkeit, sondern am Verhandlungstisch geführt".

Seit Freitag entscheiden rund 100 000 Verdi-Tarifbeschäftigte über einen unbefristeten Streik ab dem 2. Mai. Die Gewerkschaft erwartet in der bis Dienstag dauernden Urabstimmung eine breite Zustimmung. "Bislang läuft die Abstimmung bombig", sagte Verdi-Sprecher Günter Isemeyer. Das Ergebnis soll am Mittwoch vorliegen.

Mit einem Streik will die Gewerkschaft ihre Forderungen nach sieben Prozent mehr Lohn, einer Verlängerung des Kündigungsschutzes und dem Verzicht auf längere Arbeitszeiten durchsetzen. Eine erste Offerte der Post hatte die Tarifkommission abgelehnt. Sie sieht eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent, eine Verlängerung der Arbeitszeit um eine halbe Stunde pro Woche und eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum 30. Juni 2011 vor. Verdi erklärte, die Annahme des Post-Angebots würde die Vernichtung von 12 500 Jobs bedeuten.

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