Gewerkschaft: "Zu viele Kröten, die wir schlucke müssen"
In Bahn-Verhandlungen kommt Bewegung

Die Verhandlungen über ein neues Beschäftigungsbündnis bei der Deutschen Bahn haben am Montag erste Fortschritte gebracht. Der Vorstand erklärte sich bereit, bis zum Jahr 2010 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

HB FRANKFURT. In einem Spitzengespräch in Frankfurt erklärte sich der Bahn-Vorstand bereit, bis zum Jahr 2010 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Zunächst sollte die Garantie nur bis 2008 gelten. Der Vorstand bestand aber weiterhin auf einer Senkung der Arbeitskosten um zehn Prozent für die rund 150 000 Angestellten.

„Wir brauchen für die Bahn eine nennenswerte Gesamtentlastung bei den Arbeitskosten, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, sagte Bahn-Personalvorstand Norbert Bensel. Nur so könne das Unternehmen langfristig Beschäftigung sichern. Notwendig seien außerdem flexiblere Arbeitszeitregelungen und ein leistungsorientiertes Entgelt- und Zulagensystem. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sagte, das Unternehmen habe sich kompromissbereit gezeigt. „Nun sind die Gewerkschaften am Zug“, sagte Mehdorn.

Die Vorsitzenden der Gewerkschaften Transnet und GDBA, Norbert Hansen und Klaus-Dieter Hommel, reagierten zurückhaltend auf das Angebot. Der Vorschlag beinhalte „zu viele Kröten, die wir schlucken müssten“. Angesichts der Arbeitsverdichtung und der Belastung der Beschäftigten im Bahn-Konzern seien pauschale Einkommenskürzungen und längere Arbeitszeiten nicht zumutbar. Von einer Einigung seien beide Seiten deshalb „noch weit entfernt“. Die Verhandlungen sollen am 24. November in Berlin fortgesetzt werden.

Der bisherige Beschäftigungspakt läuft Ende 2004 aus. Die Gewerkschaften wollen die Verlängerung der Beschäftigungssicherung bis 2010 erreichen. Zudem wollen sie alle Beschäftigten des Konzerns einbeziehen. Bislang gilt das Bündnis nicht bei den Dienstleistungen wie Bahnreinigung, Bahnschutz, DB Telematik und Arcor. Die Bahn bot an, alle Tarifmitarbeiter einzubeziehen, die seit mehr als fünf Jahren bei dem Unternehmen beschäftigt sind. Die Ausdehnung auf alle Bahngesellschaften sei zur Zeit „wirtschaftlich nicht vertretbar“, sagte die Bahn.

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