Gewerkschaften zerstritten
Bahn-Verhandlungen am seidenen Faden

Die Bahngewerkschaften GDBA und Transnet sind aus den gemeinsamen Verhandlungen mit der Lokführervertretung GDL mit der Bahn AG ausgestiegen. Nun kommt alles auf den Konzern an: Sperrt er sich gegen separate Verhandlungen, rückt ein Lokführerstreik wieder näher.

HB BERLIN. Die GDL sei nicht bereit gewesen, die unter Beteiligung der Vermittler Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler gefundenen Regelungen zu akzeptieren, begründeten Transnet und GDBA am Donnerstag in Berlin das Scheitern der Kooperation. Im Kern gehe es um die tarifliche Zuständigkeit und die Kooperation an sich. Die bis Monatsende angestrebte Verständigung in dem Konflikt ist damit unwahrscheinlich geworden.

Ende August hatten Geißler und Biedenkopf die Tarifparteien zu einem Kompromiss bewegt. Danach sollte die GDL wie gefordert einen eigenen Tarifvertrag erhalten. Dieser sollte dem zwischen Bahn und Transnet/GDBA ausgehandelten Regelwerk aber nicht widersprechen. Separate Vereinbarungen sollte es für die Lokführer vor allem bei Arbeitszeit und Entgeltstruktur geben, andere tarifliche Regelungen wie etwa der Urlaubsanspruch sollten dagegen für alle Bahn-Beschäftigten gleich bleiben.

Die GDL fordert für die Lokführer der Bahn einen eigenen Tarifvertrag mit einem Einstiegsgehalt von 2 500 statt bisher knapp 2 000 Euro, in das auch bestimmte Zulagen integriert werden sollen. Darüber hinaus verlangt sie eine Senkung der Arbeitszeit um eine Stunde pro Woche. Transnet und GDBA hatten vor wenigen Monaten eine Entgelterhöhung von 4,5 Prozent mit der Bahn vereinbart.

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