Gewinn ab 2008 angepeilt
LTU sagt Durststrecke voraus

Die seit Jahren verlustreiche Düsseldorfer Ferienfluggesellschaft LTU kommt trotz wachsender Passagierzahlen nicht so schnell aus den roten Zahlen wie erhofft. Sie hofft, ab 2008 wieder Gewinne zu erwirtschaften. Zum Gelingen der Pläne beitragen sollen die Auslagerung von Teilbereichen und Kooperationen.

HB HAMBURG. „Auch 2007 wird wohl noch ein schwieriges Jahr“, sagte Geschäftsführer Peter Oncken am Dienstagabend im Hamburger Luftfahrt-Presseclub. Zuletzt war von der LTU-Spitze das schon häufiger angekündigte Erreichen der Gewinnzone für 2007 avisiert worden. Das Passagiergeschäft verlaufe ordentlich und wachse vor allem auf der Langstrecke. Die Passagierzahlen dürften in diesem Jahr um gut 3 Prozent auf 5,8 Mill. und der Umsatz um gut 10 Prozent auf rund 1 Mrd. Euro steigen.

„Aber wir haben ein Ertragsproblem, und daran arbeiten wir“, sagte der LTU-Manager. Zu den laufenden Verhandlungen über die zum Jahresende gekündigten Tarifverträge für die rund 2 700 Beschäftigten wolle er sich öffentlich nicht äußern.

Die Gewerkschaften haben starke Vorbehalte gegen die Vorschläge der Geschäftsführung. Umstritten sind die geplanten Ausgliederungen der Wartungs- und Technikabteilung mit 400 Mitarbeitern sowie des Bereichs Informationstechnik mit 60 Beschäftigten. „Wir wollen dies in jedem Fall in der ersten Hälfte 2007 umgesetzt haben“, sagte Oncken. Ursprünglich sollte dies bereits bis Jahresende geschehen. Gerade die Wartung könne als eigenständige Gesellschaft mehr Aufträge von anderen Fluggesellschaften bekommen, ähnlich wie die seit 2000 ausgegliederte Frachttochter „Leisure Cargo“, sagte Oncken.

Kooperationen angestrebt

Branchenexperten schätzen die Situation bei LTU als äußerst schwierig ein, seit der LTU-Hauptgesellschafter Hans Rudolf Wöhrl im August die ihm ebenfalls gehörende Fluggesellschaft dba an Air Berlin verkauft hat. Ursprünglich sollte dba mit ihren vielen innerdeutschen Flugstrecken Zubringer für die Mittel- und Langstreckenflüge der LTU werden.

Die Strategie bleibe unverändert, künftig stärker als Linienfluggesellschaft für Geschäftsreisende mit attraktiven Langstreckenverbindungen nach Amerika und Asien zu agieren, sagte Oncken. Dafür seien als Partner Bangkok Airways in Asien und Jet Blue in den USA im Gespräch.

Mit Nachdruck suche LTU weiterhin nach einem finanzstarken Partner. „Es gibt Interesse, und wir führen Gespräche.“ Ebenso gebe es Kontakt zu anderen Fluggesellschaften. Am sinnvollsten für Oncken wäre ein breites Bündnis mit Air Berlin, den Flugtöchtern des Tui-Konzerns HLX und Hapagfly sowie Condor, der Fluggesellschaft des Reisekonzerns Thomas Cook. Doch vieles hänge davon ab, ob sich Deutschlands größte Fluggesellschaft Lufthansa von ihrer 50-Prozent-Beteiligung an Condor trenne, so Oncken.

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