Gewinn deutlich gesteigert
Metro verringert Verlust von Kaufhof und Real

Deutschlands größter Handelskonzern Metro ist mit einem operativen Gewinnsprung in das neue Jahr gestartet.

DÜSSELDORF. Der größte deutsche Handelskonzern Metro hat im ersten Quartal 2008 vor allem gestützt auf sein Großhandels- und Auslandsgeschäft Umsatz und Betriebsgewinn (Ebit) deutlich gesteigert. Wie die Metro am Dienstag in Düsseldorf mitteilte, stiegen die Erlöse im Zeitraum von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,3 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro. Vor Steuern und Zinsen erhöhte sich der Gewinn (Ebit) um 13,8 Prozent auf 152 Millionen Euro. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 15,52 Milliarden Euro und einem Ebit von 154 Millionen Euro gerechnet.

Wegen Währungseffekten ging jedoch das Ergebnis vor Steuern (Ebt) um rund sechs Prozent auf 28 Millionen Euro zurück. Unter dem Strich stand aus fortgeführten Aktivitäten nach Anteilen Dritter ein Verlust von vier Millionen Euro nach minus eine Million Euro vor Jahresfrist. Getrennt hat sich die Metro von den Extra-Supermärkten.

Zu dem Düsseldorfer Konzern gehören die gleichnamigen Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende, die Elektronikketten Media Markt und Saturn, der Lebensmittelhändler Real sowie die Warenhauskette Kaufhof.

Die Elektronikmärkte Media Markt und Saturn konnten jedoch nur wegen neuer Filialen zulegen, flächenbereinigt kam es zu einem Umsatzrückgang. Nur in Osteuropa konnten die Märkte auch flächenbereinigt mehr umsetzen. Eine geringere Zahl von Verkaufstagen und ein schleppendes Textilgeschäft beeinträchtigten das Warenhausgeschäft (Galeria Kaufhof) in Deutschland. Insgesamt ging der Umsatz der Sparte um 1,3 Prozent zurück, zugleich jedoch wurde der operative Verlust um zwei Millionen Euro zurückgefahren.

Die renditeschwachen Real-Supermärkte, denen Metro-Chef Eckhard Cordes eine Schonfrist von zwei Jahren eingeräumt hat, steigerten die Erlöse um 5,9 Prozent. Wegen der Schließung von 27 Filialen ging der Umsatz in Deutschland jedoch um 0,8 Prozent zurück. Der operative Verlust hingegen verringerte sich um fünf Millionen Euro auf minus 40 Millionen Euro.

Die Metro steht nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Eckhard Cordes beim möglichen Verkauf ihrer Tochter Kaufhof nicht unter Zeitdruck. Dies sagte Cordes am Dienstag auf einer Telefonkonferenz vor Analysten. Lösungen für den Kaufhof hingen zudem auch von den Bedingungen auf den Finanzmärkten ab, sagte er. Cordes hatte bereits bei der Bilanzpressekonferenz im März bestätigt, dass ein Verkauf von Galeria Kaufhof möglich sei. Die Sparte sei „ein erfolgreiches, jedoch aus Konzernsicht kein strategisches Geschäft“, hatte der Manager erklärt. Zum Zeitplan und zu einem möglichen Preis hatte sich die Metro bislang nicht geäußert.

Ein Non-event“, so ein Analyst mit Blick auf den Quartalsbericht von Metro. Das erste Quartal sei für die Metro generell „unbedeutend“. Etwas positiv sei das Umsatzplus von einem Prozent, das aber ausschließlich aus dem Ausland gespeist worden sei. Das Deutschland-Geschäft stagniere, es leide vermutlich auch unter dem Trend „hin zu den Discountern“. Der Kurs sollte nicht stärker auf die Zahlen reagieren, so der Analyst.

Die Metro, die seit dem Herbst vom Haniel-Chef Eckhard Cordes geleitet wird, bekräftigte ihre Prognose für das laufende Jahr. Demnach erwartet der Konzern ein Umsatzplus von über sechs Prozent. Das Ebit soll vor Sondereffekten sechs bis acht Prozent zulegen. Darin nicht enthalten sind mögliche Aufwendungen für die Kette Real, deren Filialnetz in Deutschland auf den Prüfstand gestellt wird.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%