Gewinn gesteigert - Wachstumsprognose bekräftigt
RWE stellt Börsianer nicht zufrieden

Dank einer guten Ertragslage im Geschäft mit Strom, Gas und Wasser hat der Essener Energiekonzern RWE seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2004 bekräftigt. Die Börse honorierte dies jedoch nicht: Die Aktie war mit einem Minus von fast vier Prozent am Morgen klar größter Kursverlierer im Deutschen Aktienindex. Analysten sagten, sie hätten auf eine Anhebung der Jahresprognose gehofft.

HB ESSEN. Der Betriebsgewinn sei in der ersten Jahreshälfte auf 3,281 Mrd. € gestiegen nach 2,935 Mrd. € im gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilte RWE in Essen mit. Damit übertraf Deutschlands zweitgrößter Versorger nach der Düsseldorfer Eon knapp die Erwartung des Marktes. Befragte Analysten hatten im Schnitt mit 3,238 Mrd. € gerechnet.

Unter dem Strich verblieb ein deutlich auf 1,357 (Vorjahr: 0,621) Mrd. € erhöhter Nettogewinn. Grund sind die Erlöse aus dem Verkauf großer Beteiligungen, etwa des Essener Baukonzerns Hochtief und der letzten Tranche am US-Steinkohleunternehmen Consol im ersten Quartal sowie an der Heidelberger Druckmaschinen AG im Mai. Im Vorjahr hatten außerdem Firmenwertabschreibungen das Nettoergebnis gedrückt, die nun jedoch wegfallen. Der Umsatz verringerte sich wegen der Veräußerungen auf 21,1 (22,4) Mrd. €.

„Unsere Prognosen die wir mit dem Bericht zum ersten Quartal gegen haben, können wir bekräftigen“, sagte RWE-Vorstandschef Harry Roels. „Für das Betriebsergebnis erwarten wir trotz der Entkonsolidierungen eine Steigerung im einstelligen Prozentbereich.“ Beim Nettoergebnis präzisierte Roels die bisherige Prognose eines zweistelligen Wachstums: „Hier gehen wir gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert ohne Firmenwert-Abschreibungen von einem Zuwachs von zehn bis 15 % aus.“ 2003 hatte RWE einen Betriebsgewinn von 5,6 Mrd. und einen Nettogewinn von 953 Mill. € ausgewiesen.

Die Börse reagierte auf den Zwischenbericht mit deutlichen Abschlägen beim RWE-Aktienkurs. Das Papier, das sich binnen eines Jahres im Wert verdoppelt hat, wurde am Vormittag bei 39,14 € gehandelt - 3,8 % niedriger als am Vortag. Analysten machten im Halbjahresausweis zwar keine negativen Überraschungen aus, hatten aber auf einen noch optimistischeren Ausblick des RWE-Vorstandes spekuliert. „Ein bisschen enttäuscht hat mich, dass RWE den Ausblick nur bestätigt hat“, sagte etwa Katja Blanke von der Landesbank Rheinland-Pfalz. „Der Kurs reflektiert die Enttäuschung des Marktes darüber, dass RWE das Wort einstellig nicht gegen zweistellig ausgetauscht hat“, fügte ein Analyst einer Frankfurter Großbank hinzu.

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