Gewinn-Plus trotz hoher Ölpreise
Air France-KLM legt operativ zu

Air France-KLM hat den kräftigen Anstieg der Rohölpreise deutlich zu spüren bekommen. Der Nettogewinn halbierte sich im Geschäftsjahr 2005/06 nahezu. Europas größte Fluggesellschaft konnte operativ das Ergebnis trotzdem deutlicher als erwartet steigern.

HB PARIS. Der Nettogewinn brach im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr auf 913 Mill. Euro ein nach 1,70 Mrd. im Vorjahr, teilte der französisch-niederländische Konzern am Donnerstag in Paris mit. Allein im vierten Geschäftsquartal verringerte er sich um 30 Prozent auf sieben Mill. Euro. Die Kosten für Kerosin stiegen um 32 Prozent auf 3,59 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich im Gesamtjahr dagegen unter anderem dank steigender Passagierzahlen deutlich um 69 Prozent auf 936 Millionen.

„Diese Fähigkeit, auch in einem von hohen Ölpreisen geprägtem Umfeld solide Ergebnisse zu erzielen, macht mich sehr zuversichtlich, dass wir unsere Profitabilität mittelfristig verbessern“, sagte Aufsichtsratschef Jean-Cyril Spinetta. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 21,45 Mrd. Euro. Die Zahl der Passagiere legte um 8,6 Prozent zu.

Insbesondere von Januar bis März - im traditionell schwächsten Quartal für Fluggesellschaften - verringerte der Marktführer seinen operativen Verlust auf vier Mill. Euro von 30 Mill. Euro im Vorjahr. Konkurrent Lufthansa hatte dagegen im gleichen Zeitraum seinen operativen Verlust verdreifacht.

Als Grund für den Gewinnanstieg nannte das Management die Effekte aus dem Zusammenschluss der beiden Fluggesellschaften Air France und KLM vor knapp zwei Jahren. „Wir haben unsere Marktführerschaft in Europa mit dem stärksten Wachstum im Passagiergeschäft und bei der Auslastung gefestigt“, hieß es in der Mitteilung. Die Durchschnittserlöse pro Passagier und die Gewinnmargen hätten sich deutlich verbessert, auch durch eine strengere Kostenkontrolle.

Ein weiterer Grund sei die intensive Preissicherung (Hedging) für den Treibstoffbedarf, mit der die Kosten begrenzt werden können, teilte Air France-KLM mit. Allerdings schützt eine hohe Sicherungsquote nicht vor steigendem Verlust, wie das Beispiel Lufthansa zeigt. Deren Hedging-Quote liegt mit gut 90 Prozent noch deutlich über der von Air France-KLM, die im Geschäftsjahr 2005/06 gut 70 Prozent ihres Kerosins absicherte.

Air France-KLM musste im Gesamtjahr 2005/06 mit 3,3 Mrd. Euro 32 Prozent mehr für Kerosin ausgeben. Allein von Januar bis März schnellten die Mehrkosten um 41 Prozent auf 871 Mill. Euro in die Höhe.

Für das neue Geschäftsjahr 2006/2007 blieb der Marktführer angesichts weiterhin steigender Rohölpreise ähnlich wie Konkurrenten bei einem vorsichtigen Ausblick. Der operative Gewinn soll mindestens auf Vorjahreshöhe gehalten werden. Im laufenden Jahr will Air France-KLM das Passagiergeschäft um rund fünf Prozent steigern mit neuen Strecken und zusätzlichen Flügen auf bestehenden Verbindungen.

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