Gewinn sinkt
Thalia belastet Mutterkonzern Douglas

Es sind schwierige Zeiten für Douglas: Der Hagener Fachhandelskonzern hat weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Das lag vor allem an Restrukturierungsaufwendungen für die Buchhandelskette Thalia.
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Hagen Mitten im Machtkampf mit dem ungeliebten Großaktionär Erwin Müller muss der Handelskonzern Douglas einen Rückgang seines Gewinns verkraften. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 12,8 Prozent auf 173,6 Millionen Euro. Im Vorjahr war das Ergebnis indes durch den Verkauf der Parfümerien in Russland beflügelt worden. Der Überschuss schrumpfte auf 91,7 (93,9) Millionen Euro.

Douglas rechnet für das Geschäftsjahr 2011/12 weiter mit einem leichten Umsatzplus auf rund 3,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll zwischen 200 und 250 Millionen Euro liegen - das wäre deutlich weniger als im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11, in dem sich das Ebitda auf rund 293 Millionen Euro belief. Hintergrund sind dringend erforderliche Umbauarbeiten bei der Buchhandelskette Thalia, die die Konkurrenz durch Online-Händler wie Amazon und das digitale Buch - das eBook - immer stärker zu spüren bekommt.

Im ersten Quartal strömten die Kunden vor allem in Deutschland in die Douglas-Parfümerien oder die Christ-Juweliergeschäfte des Konzerns. Insgesamt verbuchte Douglas ein Umsatzplus von 1,3 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. In Deutschland stand eine Steigerung von 4,1 Prozent in den Büchern - aber im Ausland verzeichnete Douglas ein Minus.

Doch nicht nur wegen der Geschäftsentwicklung bleibt es spannend bei der Douglas-Gruppe: Drogeriehändler Erwin Müller, der unliebsame Miteigentümer, fordert den Großaktionär Oetker und die Gründerfamilie Kreke heraus. Der 79-Jährige, der bereits 10,8 Prozent der Douglas-Aktien hält, könnte seinen Anteil schon bald auf mehr als 25 Prozent ausbauen und damit die Entwicklung des Handelskonzerns maßgeblich beeinflussen.

Wie Douglas vergangenen Freitag nach Börsenschluss mitteilte, wurde das Management von Müller darüber informiert, dass er "Stillhalter von sogenannten Verkaufsoptionen" sei und "deshalb in nächster Zeit von dritter Seite weitere Aktien im Volumen von rund 15 Prozent angedient bekommen" könnte.

Hintergrund sind neue, seit dem 1. Februar dieses Jahres geltende Bestimmungen des Wertpapierhandelsgesetzes. Danach muss bereits die Möglichkeit gemeldet werden, zum Beispiel über Optionen in den Besitz von Aktien eines börsennotierten Unternehmens zu gelangen.

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Müller könnte Krekes Plan durchkreuzen

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  • Alles nicht so wichtig, dieses Schmuckzeugs! Thalia kann man getrost abschaffen - vor 3 Jahren wollte die Kette in Österreich ein eingespieltes Familienunternehmen, eine Buchhandlung seit 200 Jahren wie ein Wolf in der sibirischen Wüste überallen und "fressen"! Ein Spiegel-report brachte den Aasgeier zum Stillstand!! Weg mit dem Thalia, zurück zu lokalen Buchhandlungen!

  • Douglas hat leider in meinen Augen den Juwelier Christ
    fast abgeschafft- ausser Diamanten gibt es dort keinen
    echten Juwelierschmuck mehr.

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