Gewinneinbruch
Kühne + Nagel verhängt Einstellungsstopp

Der Speditionskonzern Kühne + Nagel tritt nach einem Gewinneinbruch im ersten Quartal 2012 auf die Kostenbremse. Mit einem Einstellungsstopp möchte der Konzern sein Ergebnis verbessern.
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Zürich„Wir haben einen Einstellungstopp für neue Mitarbeiter verhängt“, sagte Finanzchef Gerard van Kesteren am Montag zu Reuters. „Ich gehe davon aus, dass diese Maßnahme sicher bis Ende Jahr bestehen bleibt.“ Damit solle der Personalbestand von gegenwärtig rund 63.000 gesenkt werden.

Im ersten Quartal brach der Gewinn von Kühne+Nagel auf 68 Millionen Franken (rund 57 Millionen Euro) nach 155 Millionen Franken im Vorjahr ein. Eine von der Europäischen Kommission verhängte Buße für eine Beteiligung an einem Kartell für Luftfrachtpreise kostete den Konkurrenten der Deutsche Bahn-Tochter Schenker 65 Millionen Franken. Investitionen in die Informationstechnologie und den Vertrieb belasteten Firmenangaben zufolge die Margen.

Dazu kamen höhere Frachtraten. Ab 1. März muss Kühne+Nagel Reedereien wie der dänischen Moller-Maersk für den Transport eines Containers von Shanghai nach Rotterdam mehr als doppelt so viel zahlen, für Anfang April und Anfang Mai wurden weitere Erhöhungen angesetzt. „Das ist eine Notwendigkeit, denn sonst würden große Reedereien Pleite gehen“, sagte der Finanzchef. Zudem könne Kühne+Nagel diese Preiserhöhungen an die eigenen Kunden weitergeben, wenn auch mit einer Verzögerung von ein, zwei oder drei Wochen.

Dank der Kostensenkungen und eines soliden Wachstums rechnet der Konzern im zweiten Halbjahr mit einer Ergebnisverbesserung. Für die Anleger wog aber der unter den Markterwartungen ausgefallene Quartalsabschluss schwerer. Die Aktie büßte am Vormittag 6,1 Prozent auf 111,8 Franken ein, während die europäischen Industriewerte insgesamt stabil notierten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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