Gewinneinbruch
Zahlen schicken Air-Berlin-Aktie auf Sinkflug

Die ausbleibende Reiselust der Deutschen im sonnigen April und ein harter Preiskampf haben den Gewinn des Billigfliegers Air Berlin im zweiten Quartal mehr als halbiert. Teuer war auch das lange Genehmigungsverfahren bei der Übernahme des Ferienfliegers LTU. Die Anleger reagierten prompt.

HB FRANKFURT. Unter dem Strich standen von April bis Juni nur noch 12,1 Mill. Euro nach einem Gewinn von 30,1 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum, wie die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft am Mittwoch mitteilte. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) schrumpfte um gut 47 Prozent auf 23,5 Mill. Euro.

An der Börse rutschte die Air-Berlin-Aktie zu Handelsbeginn um mehr als sechs Prozent auf unter elf Euro ab.

„Wochenlanger strahlender Sonnenschein in Deutschland und Dauerregen rund ums Mittelmeer haben zu Beginn des zweiten Quartals zu signifikanten Erlösrückgängen geführt“, erklärte Air Berlin den Einbruch. Mittlerweile sei die Fluggesellschaft aber wieder auf einem guten Weg. Der Umsatz legte im zweiten Quartal um fünf Prozent auf 510,5 Mill. Euro zu.

Air Berlin hatte trotz der schrumpfenden Nachfrage ihre Kapazitäten weiter aufgestockt, um auf Wettbewerber wie Ryanair nicht Boden zu verlieren. „Die Auslastung unserer Jets hielt nicht mit dem gestiegenen Angebot Schritt“, resümierte Firmenchef Joachim Hunold. Sie schrumpfte auf 77,8 von 78,4 Prozent im Vorjahreszeitraum. Zudem schmälerten hohe Leasing-Kosten für die Anmietung von Flugzeugen den Gewinn.

Für 2007 peilt Air Berlin einen höheren Betriebsgewinn als im Vorjahr an. 2006 stand vor Zinsen und Steuern ein Gewinn von 64 Mill. Euro.

Der Billigflieger hatte im Frühjahr für 140 Mill. Euro den Ferienflieger LTU übernommen und war damit zur unangefochtenen Nummer zwei der deutschen Luftfahrtbranche nach Lufthansa aufgestiegen. Das Kartellamt hatte den Kauf allerdings erst nach einer mehrmonatigen eingehenden Prüfung genehmigt. „Die lange Dauer des Genehmigungsverfahrens zur LTU-Übernahme hat das Schöpfen von Synergien in diesem Jahr leider weitgehend verhindert“, sagte Finanzchef Ulf Hüttmeyer. Dies habe die Airline unter dem Strich rund 30 Mill. Euro gekostet.

Den neuen Marktauftritt und das neue Streckenprofil will das Management am 20. September präsentieren. Mit dem Kauf von LTU ist Air Berlin auch auf der Langstrecke vertreten. Schon jetzt stehe fest, dass sich die Fluggesellschaft verstärkt auf Geschäftsreisende ausrichten wird.

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