Gewinnprognose angehoben
Bahn verdient glänzend

Die gute Konjunktur lässt bei der Deutschen Bahn die Kassen klingeln. Nach einem Gewinnsprung im ersten Halbjahr hat das vor der Privatisierung stehende Unternehmen seine Prognosen für 2007 angehoben. Die deutlichsten Gewinnzuwächse erzielte eine Konzernsparte, die mit Milliarden subventioniert wird.

HB FRANKFURT. Im laufenden Jahr erwartet der Konzern nun auf vergleichbarer Basis ein Umsatzwachstum von rund fünf Prozent, teilte die Bahn am Donnerstag in Frankfurt mit. Das Betriebsergebnis (Ebit) vor Sondereffekten soll auf rund 2,4 Mrd. Euro ansteigen. Bisher hatte die Bahn ein Umsatzplus von drei Prozent und ein Ebit vor Sondereffekten von über 2,1 Mrd. Euro angepeilt.

Im ersten Halbjahr hat der vor der Privatisierung stehende Konzern dank der guten Konjunktur einen Betriebsgewinn (Ebit) von 1,35 Mrd. Euro eingefahren, eine Steigerung von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 5,8 Prozent auf 15,3 Mrd. Euro. „Wer die Regeln kennt, weiß, dass das zweite Halbjahr in der Regel besser ist als das erste, sodass wir hier zuversichtlich sein können“, sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn.

Die deutlichsten Gewinnzuwächse erzielte das mit Milliarden-Subventionen geförderte Schienennetz. Das Ergebnis verdoppelte sich hier auf 294 Mill. Euro. Ab 2011 soll die Netzsparte, die im Vorjahr noch einen Verlust geschrieben hatte, nach früheren Angaben mehr erwirtschaften als alle anderen Sparten. Im boomenden Schienengüterverkehr, in dem die Bahn mit der Tochter Railion vertreten ist, kletterte der Gewinn um knapp 50 Prozent auf 200 Mill. Euro.

Voraussetzung für weiteres Wachstum sei die angestrebte Teilprivatisierung der Bahn im kommenden Jahr, sagte Mehdorn. „Wir können mit ihr unsere erfolgreiche Entwicklung ohne strategische Brüche fortsetzen.“ Das Kabinett hat die Teilprivatisierung bereits beschlossen. Für den auch in der Koalition umstrittenen Gesetzesentwurf steht nun unter anderem noch die Zustimmung der Länder aus, die den Einstieg von Investoren bei der Bahn kritisch sehen. Sie fürchten, dass nur noch in lukrative Strecken investiert wird und das Regionalnetz zu kurz kommt.

Mehdorn trat dem entgegen. „Wir akzeptieren es nicht, wenn interessierte Kreise hier mit den Ängsten der Bevölkerung spielen.“ Der Regional- und Stadtverkehr mache 90 Prozent der Kundschaft im Personenverkehr aus. „Nicht nur wir, sondern auch jeder Investor müsste doch verrückt sein, hier Hand anzulegen."

Im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL hat die Bahn ihre grundsätzliche Position bekräftigt. Eine Sonderstellung einzelner Berufsgruppen sei weder aufgrund der Ausbildung noch der Belastungen gerechtfertigt, sagte Mehdorn. Zudem sei der Konzern für den schon mit den anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA vereinbarten Abschluss an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen, der jährlich 250 Millionen Euro koste. Einzelheiten zu dem laufenden Vermittlungsverfahren mit der GDL nannte Mehdorn nicht. Die GDL fordert einen separaten Tarifvertrag und 31 Prozent mehr Geld.

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