Gewinnprognose angehoben
Billigflieger Ryanair beeindruckt Börse nicht

Der irische Billigflieger Ryanair hat nach einem kräftigen Gewinnsprung im abgelaufenen Quartal seine Prognosen für das Gesamtjahr erneut deutlich angehoben und das obwohl das Unternehmen immer noch mit einem harten Wettbewerb in der Wintersaison rechnet. Doch es gibt nicht nur gute Neuigkeiten.

HB DUBLIN/FRANKFURT. Die Buchungen für die Weihnachts- und Osterreisezeit deuteten aber darauf hin, dass die Durchschnittserlöse pro Passagier nicht ganz so stark wie erwartet fallen würden, begründete der Marktführer in Europa am Montag seinen Optimismus.

„Wegen der besseren Aussichten für die Durchschnittserlöse und weiterer Kostensenkungen gehen wir nun von einem Anstieg des Nettogewinns im Gesamtjahr um 17,5 Prozent auf rund 470 Mill. Euro aus“, hieß es in der Mitteilung. Im Juli hatte der Konzern seine Prognose für das Gewinnplus im Geschäftsjahr 2007/2008 (zum 31. März) schon einmal erhöht - auf zehn von zuvor fünf Prozent.

Im abgelaufenen Quartal verzeichnete die Fluglinie ein Gewinnwachstum von 26 Prozent auf 268,7 Mill. Euro, was im Rahmen der Analystenerwartungen lag. Der Umsatz legte 25 Prozent auf 861,3 Mill. Euro zu. Einnahmen aus Zusatzgeschäften wie Gebühren für Vorzugsbehandlung, Warenverkauf im Flugzeug, Hotelbuchungen oder Reiseversicherungen sprangen um 54 Prozent auf 135 Mill. Euro. Diese Zusatzgeschäfte machen derzeit 16 Prozent des Konzernumsatzes aus. Sie sind sehr margenstark und ermöglichen es Ryanair, das eigentliche Flugticket zu Niedrigstpreisen von oft wenigen Euro anzubieten.

Analysten hatten mit einer Prognoseanhebung gerechnet und bereits vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen für das Gesamtjahr ein Gewinnplus von bis zu 20 Prozent prognostiziert. Die Ryanair-Aktie konnte daher nicht von den Nachrichten profitieren und fiel 4,5 Prozent auf 5,5 Pence. „Die Aktien sind in zuletzt gut gelaufen und es gab heute einfach nicht genug, um sie oben zu halten“, sagte ein Händler in Dublin. Seit Anfang Oktober hatte der Kurs der Aktien 15 Prozent zugelegt.

Händler verwiesen auf die begrenzte Absicherung des Konzerns gegen einen weiteren Anstieg des Ölpreises, der derzeit allen Fluglinien zu schaffen macht. Ryanair habe keine weiteren Maßnahmen zur Preissicherung seit der Hauptversammlung im September ergriffen, sagte Ryanair-Vorstand Michael Cawley. „Wir erwarten, dass der Ölpreis etwas sinkt, was uns ermöglichen würde, zwischen jetzt und dem Ende des Geschäftsjahres zu hedgen“, fügte er hinzu. Derzeit hat Ryanair zehn Prozent seines Treibstoffbedarfs des laufenden Quartals preislich abgesichert.

Ryanair, die auf dem Billigflugmarkt mit Linien wie Easy Jet oder Air Berlin konkurriert, will im September vier neue Basisflughäfen in Europa eröffnen: Alicante und Valencia in Spanien, Belfast City in Nordirland und Bristol in Großbritannien. In Deutschland operiert Ryanair auf 92 Routen von acht Flughäfen aus und wird in diesem Jahr rund 8,5 Mill. Passagiere befördern. Ryanair führe mit weiteren Flughäfen in Deutschland Gespräche, um das Netz auch hierzulande auszuweiten. „Im Prinzip sprechen wir mit allen Flughäfen in Deutschland, die effizient sind“, sagte Anja Seugling, Marketingleiterin von Ryanair in den deutschsprachigen Ländern, auf einer Pressekonferenz in Frankfurt.

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