Gewinnprognose angehoben
Easyjet kümmert der teure Sprit wenig

Während die meisten Fluggesellschaften ob der hohen Ölpreise Mühe haben dürften, ihre Gewinne zu halten, überrascht der britische Billigflieger Easyjet mit der Prognose, dass das Ergebnis in diese Jahr kräftig steigen wird.

HB LONDON. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, wird der Vorsteuergewinn für das Gesamtjahr um 40 bis 50 Prozent steigen. Bisher hatte Easyjet eine Gewinnsteigerung von 10 bis 15 Prozent als Ziel ausgegeben. Für das Gesamtjahr rechnet die Fluggesellschaft mit einer Steigerung ihres Umsatzes je Sitzplatz um 3 bis 4 Prozent.

Im Juni steigerte die Fluggesellschaft mit fast 2,6 Mill. Fluggästen ihr Passagieraufkommen im Vergleich zum Vorjahr um 15,6 Prozent. Die Auslastung der Maschinen, der Sitzladefaktor lag bei 87,6 Prozent und damit etwas höher als im Vorjahreszeitraum.

Kommentar: Noch Luft nach oben

Von Dirk Heilmann

Die Treibstoffpreise steigen, der Wettbewerb verschärft sich – doch Easyjet überrascht alle mit einer kräftigen Aufwärtskorrektur der Gewinnprognose. Das Geschäftsmodell der Billigflieger erweist sich als außerordentlich resistent. Den Ölpreis können sie nicht beeinflussen, aber offenbar gelingt es ihnen, die ohnehin schon niedrigen sonstigen Kosten weiter zu drücken. Und gleichzeitig hat es Easyjet geschafft, die Einnahmen je Passagier zu erhöhen. Zusätzliche Dienstleistungen wie Hotel- und Mietwagenvermittlung werden gut angenommen. Die ermutigenden Erfahrungen zeigen, dass die Low-Cost-Airlines hier noch ganz neue Einnahmequellen anzapfen können.

Wie viel des unerwartet guten Ergebnisses eine dauerhafte Verbesserung ist und wie viel Easyjet den späten Osterfeiertagen und den reisenden Fußballfans verdankt, ist heute nicht leicht zu sagen. Aber eins ist klar: Die Erfolgsgeschichte der Billigflieger ist noch lange nicht zu Ende. Hunderte neuer Maschinen sind bestellt und werden in den nächsten Jahren auf den Markt kommen. Nicht jeder Billigflieger wird den absehbaren Verdrängungswettbewerb überstehen, aber auch die traditionellen Fluggesellschaften müssen um ihre Europaverkehre kämpfen.

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