Gewinnprognose erhöht
Fresenius übernimmt Helios Kliniken

Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius steigt mit der milliardenschweren Übernahme des Klinikbetreiber Helios Kliniken groß ins Krankenhausgeschäft ein. Fresenius und die im Dax gelistete Tochter Fresenius Medical Care (FMC) zeigten sich am Freitag zugleich optimistischer für das laufende Jahr.

HB FRANKFURT. Durch den Zukauf werde der Unternehmensbereich Fresenius ProServe zu einem der führenden privaten Krankenhausträger in Deutschland, teilte Fresenius mit. Fresenius übernehme 94 % der Anteile, sechs Prozent blieben beim Management. Für 100 % müsste Fresenius 1,6 Mrd. € zahlen, davon 100 Mill. € für den Kassenbestand. Fresenius will zudem durch die Tochter Fresenius Kabi das Medizintechnikunternehmen Clinico mit einem Umsatz von rund 51 Mill. € übernehmen.

Finanziert werden sollen die Zukäufe über eine Kapitalerhöhung von rund 800 Mill. € sowie durch eine Anleihe von rund 700 Mill. €. Die Kapitalerhöhung solle noch im laufenden Jahr erfolgen. Die bisherigen Anteilseigner erhalten ein Bezugsrecht, die Else Kröner Fresenius Stiftung wolle allein für 100 Mill. € neue Aktien zeichnen. Auch Allianz Leben habe erklärt, den Schritt positiv zu begleiten. Die Deutsche Bank habe die Übernahme der Kapitalerhöhung im gesamten Volumen zu den marktüblichen Bedingungen zugesagt, hieß es am Freitag weiter. Da die geplante Anleihe erst im ersten Halbjahr 2006 begeben werden solle, hätten Morgan Stanley und Credit Suisse First Boston einen Kredit von 700 Mill. € als Zwischenfinanzierung zugesagt.

Die Helios Kliniken aus Fulda gehören zu den größten Krankenhausbetreibern in Deutschland und erwarten für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von 1,2 Mrd. €. „Die Akquisition einer der erfolgreichsten deutschen Krankenhausbetreiber bietet uns nun die einzigartige Chance, unser Engagement im Bereich der Akutkrankenhäuser zu verstärken“, sagte Fresenius-Vorstandschef Ulf Schneider. Die Kliniken von Helios und die Fresenius-Kliniken der Wittgensteiner Gruppe würden künftig unter der Führung und dem Namen von Helios eine Einheit bilden. Die dann 55 Kliniken kommen auf einen Jahresumsatz von rund 1,5 Mrd. €.

Angesichts eines starken Geschäftsverlaufs in den ersten neun Monaten erhöhte Fresenius zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Ergebnisprognose und erwartet nun währungsbereinigt einen Anstieg des Jahresüberschusses von mehr als 25 %. Zuvor hatte Fresenius ein Wachstum zwischen 20 und 25 % erwartet. Der Umsatz soll währungsbereinigt wie geplant zwischen sechs und neun Prozent steigen.

Die Tochter Fresenius Medical Care teilte mit, sie rechne beim Jahresüberschuss nun damit, am oberen Ende der Prognose eines währungsbereinigten Wachstums zwischen zwölf und 15 % zu landen. An der Umsatzprognose - einem Plus von sechs bis neun Prozent - hielt der Dialysespezialist fest.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%