Gewinnprognose für 2004 bekräftigt
Deutsche Post macht dänischer Post ein Angebot

Die Deutsche Post will im Ausland weiter expandieren. Daher hat der Bonner Konzern ein erstes Gebot für den Einstieg bei der dänischen Post abgegeben. Die im Juli angehobene Gewinnprognose für das Jahr 2004 wurde zudem bekräftigt.

HB DÜSSELDORF. Die Post habe am Montag ein erstes unverbindliches Angebot für den 25-prozentigen Anteil an der Post in Dänemark vorgelegt, der in dem Nachbarland zum Verkauf steht, teilte Finanzvorstand Edgar Ernst am Montag in Bonn vor Analysten mit.

Das mit der Privatisierung des Anteils befasste Transportministerium in Kopenhagen hatte bereits erklärt, es rechne mit mehreren Bietern. In Branchenkreisen wurde etwa mit einer Offerte des niederländischen Post-Konkurrenten TPG gerechnet. Das Ministerium wird bei der Ausschreibung von der britischen Investmentbank N M Rothschild & Son Ltd. unterstützt. Eine Entscheidung der dänischen Regierung werde noch vor Weihnachten oder während des Winters erwartet, hatte ein Ministeriumssprecher Ende August gesagt. In Branchenkreisen wurde damit gerechnet, dass der Anteil zu einem Preis im niederen dreistelligen Millionenbereich den Besitzer wechseln könnte.

Post-Chef Klaus Zumwinkel versucht mit einem konsequenten Internationalisierungskurs die Abhängigkeit des Konzerns vom voraussichtlich 2007 auslaufenden deutschen Briefmonopol zu überwinden. Interesse hatte Zumwinkel auch an einem Einstieg bei der österreichischen Post signalisiert. Die Regierung in Wien muss freilich noch entscheiden, ob die Post privatisiert wird. In den Niederlanden hat die Deutsche Post ebenso wie in Großbritannien bereits zugekauft. Auch in den USA und in Asien steuert Zumwinkel auf Expansionskurs. In den USA solle nach der milliardenschweren Übernahme des Konkurrenten Airborne 2005 die Gewinnschwelle erreicht werden, bekräftigte Finanzvorstand Ernst bei der Investorenkonferenz in Bonn.

Im Halbjahr 2004 hatte die Post fast die Hälfte des Umsatzes von 21 Mrd. € außerhalb des deutschen Marktes erwirtschaftet. Das Betriebsergebnis (Ebita) legte um 14,5 % auf 1,682 Mrd. € zu. Im Gesamtjahr solle das Ebita zwischen 7,5 und 12,5 % steigen, bekräftigte Ernst. Trotz der gestiegenen Ölpreise halte die Post weiter an ihrer Jahresprognose fest. Die erhöhten Energiepreise würden teils an die Kunden weiter gegeben, teils sei die Post durch Hedging-Geschäfte abgesichert. Es habe deshalb trotz volatiler Preise keine Verluste gegeben. 2005 will der Post-Vorstand dann das Ebita auf mindestens 3,6 Mrd. € steigern. Ende 2005 soll der Konzern zudem die Nummer Eins in der weltweiten Logistik sein.

Die Post Danmark hatte mit rund 22 000 Beschäftigten im vergangenen Jahr über 1,4 Mrd. € umgesetzt und dabei einen Vorsteuergewinn von rund 63 Mill. € eingefahren. Im Herbst 2003 hatten sich die dänische Post und die Post-Tochter DHL bereits auf eine enge Zusammenarbeit im Paketgeschäft verständigt.

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