Gewinnrückgang
Deutschland fügt Wal Mart schwere Schlappe zu

Der Rückzug aus Deutschland kostet den US-Einzelhandelsriesen Wal-Mart im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal 2006/2007 eine Menge Geld – so viel, dass das Unternehmen zum ersten Mal seit mehr als 10 Jahren weniger verdient als zuvor. Auch im Heimatland USA läuft es schlechter als erhofft.

HB NEW YORK. Der Nettogewinn schrumpfte von 2,8 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum auf 2,08 Mrd. Dollar, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Zuletzt hatte der Handelskonzern Anfang 1993 einen Gewinnrückgang vermeldet. Der damalige Gewinnschwund war der erste Rückschlag beim Profit seit dem Börsengang im Jahr 1970 gewesen.

Ohne die Sonderbelastung durch den Verkauf seiner 85 deutschen „Supercenter“ an den größten deutschen Handelskonzern Metro hätte sich der Gewinn wie von Analysten erwartet auf 72 Cent pro Aktie belaufen; mit der Sonderbelastung lag er bei 50 Cent. Wal-Mart musste 863 Mill. Dollar abschreiben.

In Deutschland gibt Wal-Mart nach 8 Jahren auf. Angesichts des massiven Wettbewerbs und anderer Einkaufsgewohnheiten als im Heimatland USA hatten die Deutschland-Filialen in allen Jahren Verluste geschrieben. Ende Juli hatte Wal-Mart deshalb mitgeteilt, seine Märkte an die Metro zu verkaufen, die die Filialen in ihre Real-SB-Warenhauskette eingliedern will.

Den Umsatz steigerte Wal-Mart im zweiten Quartal um 11,3 Prozent auf 84,52 Mrd. Dollar. Wachstumstreiber seien vor allem internationale Zukäufe gewesen. Dagegen zeigte sich Konzernchef Lee Scott unzufrieden über die Geschäftsentwicklung im mit Abstand wichtigsten Markt USA. Die Kundschaft halte sich beim Konsum wegen der stark gestiegenen Kraftstoffpreise sehr zurück.

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