Gewinnrückgang
Frachtgeschäft wird für Post zum Bremsklotz

Hohe Umbaukosten im Frachtgeschäft und in der Logistik haben der Deutschen Post im ersten Quartal einen leichten Gewinnrückgang eingebrockt. Das Ergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr um fast eineinhalb Prozent.
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BonnDas kriselnde Frachtgeschäft wird für die Deutsche Post zum Bremsklotz. Investitionen in den Umbau der Sparte und lahmende Geschäfte dort ließen den Gewinn des Konzerns trotz eines Booms im Expressgeschäft sinken. Konzernchef Frank Appel kümmert sich nun persönlich um das Frachtgeschäft, Finanzchef Larry Rosen sicherte für die zweite Jahreshälfte Besserung zu. Doch erst einmal muss der Konzern auch den Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Verdi beenden, die eine neue Streikwelle angekündigt hat. Rosen pocht darauf, dass der Lohnabstand in Deutschland zu deutlich billigeren Wettbewerbern verringert werden muss. Post-Aktien verloren im vorbörslichen Handel an Boden und rutschten ans Dax-Ende.

„Wir haben ein gemischtes Bild in den Divisionen“, räumte Rosen in einer Telefonkonferenz ein. Dank seines boomenden internationalen Express-Geschäfts und Zuwächsen im deutschen Paket-Markt steigerte der Konzern zwar zwischen Januar und März seinen Umsatz deutlich auf 14,8 (Vorjahr: 13,6) Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebit) ging aber um ein Prozent auf 720 Millionen Euro zurück, in der Frachtsparte brach er sogar auf 17 (49) Millionen Euro ein. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 495 (502) Millionen Euro – deutlich weniger als vom Markt erwartet.

Während die Post im weltweiten Express-Geschäft ihre Gewinne immer weiter erhöht und auch in Deutschland vom wachsenden Online-Handel profitiert, entwickelt sich die Fracht-Sparte immer mehr zum Sorgenkind. Appel hatte den Preis- und Margendruck in der Branche beklagt, Fracht-Chef Roger Crook im April überraschend das Handtuch geworfen. P

ost-Chef Appel ist nun auch Interims-Chef der Sparte und muss das Frachtgeschäft wieder auf Kurs bringen, das rund ein Viertel zum Konzernumsatz beiträgt. Dazu investiert der Konzern in die Datenverarbeitung der Frachtsparte, die derzeit vor allem noch mit Papierdokumenten arbeitet. Doch der Umbau läuft nicht rund – er sei „komplex“, beklagte Rosen. Ergebnisse des Transformationsprozesses müssten nun „überprüft werden“.

Mit der seit Januar geltenden Portoerhöhung im Rücken will der Konzern 2015 dennoch weiter den operativen Gewinn auf 3,05 bis 3,2 Milliarden Euro steigern – trotz des Tarifkonflikts mit der Gewerkschaft im deutschen Brief- und Paketgeschäft.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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