Gewinnrückgang und Personalabbau im Inland
Phoenix Pharmahandel expandiert in Europa

Mit gezielten Zukäufen und dem Ausbau ihrer Logistik-Aktivitäten für Pharmahersteller will die Phoenix Pharmahandel AG & Co. KG ihre Position in Europa stärken.

shf MANNHEIM. Man werde weiterhin mit Augenmaß investieren und akquirieren, kündigte Firmenchef Bernd Scheifele an. Weitere große Expansionsschritte seien allerdings nicht in Sicht, setzte er hinzu. Denn die Konsolidierung im europäischen Pharmagroßhandel ist inzwischen weit vorangeschritten, und dem Zukauf von Apotheken stehen in den meisten Ländern entweder gesetzliche Restriktionen oder zu hohe Preise entgegen.

Die Phoenix-Gruppe, die von dem Ulmer Unternehmer Adolf Merckle kontrolliert wird, ist in den vergangenen Jahren vor allem durch die schrittweise Übernahme der finnischen Tamro (mit rund 4 Mrd. Euro Umsatz) zum zweitgrößten Pharmahändler in Europa nach der Stuttgarter Celesio aufgerückt. Vor wenigen Monaten verstärkte sich Phoenix außerdem durch den Kauf der slowakischen Firma Fides (mit 240 Mill. Euro Umsatz) sowie durch zwei Zukäufe in Kroatien (mit zusammen 188 Mill. Euro Umsatz).

Die Expansion im Ausland hat dem Konzern nach den Worten Scheifeles in dem Ende Januar beendeten Geschäftsjahr 2003/2004 weitere Ertragszuwächse beschert und damit Einbußen im Inland kompensiert. So konnte insbesondere Tamro den operativen Gewinn um gut zwei Drittel steigern. Die 425 Mill. Euro teure Akquisition betrachtet Scheifele vor diesem Hintergrund als ausgesprochen erfolgreich. Der Phoenix-Chef will nun die starke Position der Skandinavier in der Logistik für Pharmahersteller nutzen, um dieses so genannte Pre-Wholesale-Geschäft europaweit zu verstärken. Der Bereich gilt als interessantes Wachstumsfeld für Großhändler, weil Pharmahersteller den Vertrieb ihrer Produkte zunehmend auslagern.

Dagegen geriet das Inlandsgeschäft bei Phoenix 2003 relativ stark unter Druck. Zwar konnte der Konzern den Umsatz um gut fünf Prozent auf 5,3 Mrd. Euro steigern. Doch ist als Folge von Zwangsrabatten und eines verschärften Wettbewerbs das Geschäftsergebnis von 74 auf 58 Mill. Euro zurückgegangen.

Der Gruppenumsatz einschließlich aller Auslandsaktivitäten legte um fünf Prozent auf 16,2 Mrd. Euro zu. Der Konzerngewinn, den Phoenix nicht publiziert, bewegt sich nach Aussage Scheifeles auf einem „branchenüblichen und befriedigenden“ Niveau.

Für das laufende Jahr prognostiziert er ein weiteres organisches Wachstum von etwa fünf bis sechs Prozent und eine zweistellige Gewinnsteigerung. Dazu soll auch das Deutschland-Geschäft wieder beitragen, obwohl hier die Umsätze in den ersten Monaten auf Grund der Gesundheitsreform deutlich gesunken sind. Phoenix reagierte darauf jedoch mit einem deutlichen Personalabbau. So wurde in diesem und dem vergangenen Jahr die Zahl der Mitarbeiter im Inland um mehr als als 400 – gut ein Zehntel – reduziert. Zudem dürfte auch der Rabattwettbewerb unter den Generikaherstellern den Margen im Pharmahandel zu Gute kommen.

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