Gewinnsprung Bei Metro klingelt die Kasse

Metro spürt die anziehende Konjunktur: Im dritten Quartal hat der Handelskonzern, zu dem unter anderem Media Markt, Real und Kaufhof gehören, mehr als erwartet zulegen können. Das wirkt sich auch auf den Geschäftsausblick für das laufende Jahr aus.
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Metro-Chef Cordes: "Deutliche Belebung des Geschäfts". Quelle: dpa

Metro-Chef Cordes: "Deutliche Belebung des Geschäfts".

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DÜSSELDORF.Noch vor einem Jahr herrschte in Metros Düsseldorfer Konzernzentrale Trübsal. Gleich zwei der vier Geschäftsfelder – die SB-Warenhauskette Real und Metros Cash-&-Carry-Abholmärkte – erwiesen sich als Sanierungsfall, die Gewinne bröckelten, und erstmals seit Jahren verlor Deutschlands größter Einzelhändler Umsatz.

Zudem sorgten Personalquerelen in der Führungsspitze für Verspannungen. Personalchef Zygmunt Mierdorf, der sich nicht mit den Umbauplänen seines Vorstandschefs abfinden wollte, verließ den Konzern ebenso wie Vize-Vorstandschef Thomas Unger. Auch der glücklose Cash-&-Carry-Chef Harald Fraszczak musste gehen.

Doch mit einem Kraftakt bringen die Düsseldorfer das Unternehmen jetzt wieder überraschend stark in Fahrt. Nicht nur der Umsatz legte im Herbstquartal um 4,5 Prozent zu, wie Vorstandschef Eckhard Cordes gestern mitteilte, auch beim Betriebsergebnis (Ebit) ging es um fast 27 Prozent auf 445 Mio. Euro nach oben – deutlich stärker, als es etwa Analysten von HSBC und Commerzbank erwartet hatten.

Und es soll noch besser kommen. Cordes erhöhte gestern die Prognose: Ein Betriebsergebnis von 2,3 Mrd. Euro will Metro in diesem Geschäftsjahr erwirtschaften. Damit überträfen die Düsseldorfer nicht nur das Ergebnisniveau vor der Wirtschaftskrise, sondern es wäre für Metro ein neuer Rekord.

Der weltweit viertgrößte Einzelhändler, der mit 2 100 Standorten in 34 Ländern Lebensmittel, Stereoanlagen und T-Shirts verkauft, profitiert derzeit vom Wiederaufstieg seiner einstigen Krisenregionen. Nicht nur im Heimatland Deutschland, wo die Branche 2009 noch schrumpfte, wächst der Handel aktuell mit 1,5 Prozent. Auch in Metros osteuropäischen Vertriebsländern stehen die Zeichen auf Erholung. Dort sorgten positive Währungseffekte dafür, dass Metros Umsatz – in Euro umgerechnet – fast zwei Prozent höher ausfiel als in den Landeswährungen.

Aber auch das operative Geschäft zieht an. In Russland etwa, wo der Konzern mit Cash-&-Carry-Märkten, der SB-Warenhauskette Real und Media-Markt/Saturn massiv vertreten ist, soll die Wirtschaft nach dem jüngsten Einbruch wieder um vier Prozent anziehen. Eine Trendwende habe es auch in der Ukraine und der Türkei gegeben, sagte Cordes.

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