Gewinnsprung
Post legt gute Bilanz mit Schönheitsfehler vor

Die Deutsche Post hat im vergangenen Jahr weit mehr verdient als noch 2004. Auch die Analysten waren überrascht. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings mit dem Nordamerika-Geschäft. Deshalb will das Unternehmen über die Region künftig schweigen.

HB DÜSSELDORF. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 2,24 Mrd. Euro 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Der operative Gewinn (Ebit) sei um 25,1 Prozent auf 3,76 Mrd. Euro geklettert, teilte die Post am Mittwoch in Bonn mit. Analysten hatten mit einem Ebit von nur 3,71 Mrd. Euro gerechnet. Der Umsatz stieg um auf 3,3 Prozent auf 44,6 Mrd. Euro – etwas weniger als die Analysten erwartet hatten.

An der Gewinnsteigerung sollen auch die Aktionäre beteiligt werden: Sie sollen eine gegenüber 2004 mindestens um ein Drittel erhöhte Dividende erhalten. 2004 hatte die Post 0,50 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet.

Gewinnsteigerungen verbuchte die Post vor allem in den Bereichen Logistik sowie Finanzdienstleistungen mit der Postbank. Im Unternehmensbereich Express, in dem die Post mit hohen Verlusten in den USA zu kämpfen hat, trübte indes eine Abschreibung auf den Firmenwert in der Region Americas von 434 Mill. Euro das Bild. Der operative Gewinn der Sparte brach auf von 117 Mill. Euro in 2004 auf nun 11 Mill. Euro ein. Vom bisherigen Ziel, in der Region Ende 2006 die Gewinnzone zu erreichen, rückte die Post ab: Das Express-Geschäft in Nordamerika solle sich „in den kommenden Jahren“ in Richtung Gewinnzone entwickeln, hieß es nun. Die Post versucht im riesigen US-Markt den Konkurrenten FedEx und UPS die Stirn zu bieten.

Zur genauen Entwicklung in der Amerika-Region will die Post ab sofort keine Auskunft mehr erteilen. Aus Wettbewerbsgründen sehe man von einer gesonderten Berichterstattung ab, sagte ein Konzernsprecher in Anschluss an die schlechten 2005-er Zahlen.

Bis 2009 will die Post den operativen Gewinn auf mindestens fünf Mrd. Euro steigern. Die Bereiche Express, Logistik und Finanzdienstleistungen sollen dabei jeweils mindestens 1 Milliarde Euro beisteuern. Beim wichtigen Brief-Bereich, der 2005 ein Ebit von 2 Mrd. Euro einfuhr, rechnen die Post-Manager allerdings mit Blick auf die anstehende Liberalisierung des deutschen Briefmarkts mit einem Ebit-Rückgang von 10 bis 20 Prozent ein.

Die Post hatte sich bereits in der Vergangenheit Langfrist-Gewinnziele gesteckt. Das ursprüngliche Ziel von 3,6 Mrd. Euro für das Jahr 2005 hat der Konzern mit den am Mittwoch vorgelegten Zahlen weit übertroffen.

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