GFK-Studie zum Fleischkonsum

Ein Drittel der Haushalte hält sich für Flexitarier

Die Flexitarier sind auf dem Vormarsch: Inzwischen liegt der Anteil derer, die zwar nicht komplett auf Fleisch verzichten, den Fleischkonsum aber bewusst verringern wollen, bei 37 Prozent. Das spürt auch der Handel.
Vegane Produkte stehen im Supermarkt „Veganz“ in Berlin: Doch auch die großen Supermarktketten haben die Veganer und Vegetarier als Kundschaft entdeckt. Quelle: dpa
Vegane Lebensmittel

Vegane Produkte stehen im Supermarkt „Veganz“ in Berlin: Doch auch die großen Supermarktketten haben die Veganer und Vegetarier als Kundschaft entdeckt.

(Foto: dpa)

NürnbergBereits mehr als ein Drittel der deutschen Haushalte hält sich nach Erkenntnissen von Konsumforschern für Flexitarier. Inzwischen sei der Anteil derer, die zwar nicht komplett auf Fleisch verzichten, den Fleischkonsum aber bewusst verringern wollen, mit 37 Prozent sieben Mal so groß wie die Zahl der deutschen Haushalte mit mindestens einem Vegetarier, berichtete das Marktforschungsunternehmen GfK am Freitag in Nürnberg.

Den Wandel spürt nach GfK-Einschätzung inzwischen auch der Lebensmitteleinzelhandel: Zwischen März 2015 und März 2016 haben sogenannte Flexitarier 20 Prozent weniger Fleisch und 18 Prozent weniger Wurst gekauft, dafür aber fast 400 Prozent mehr Fleischersatzprodukte, etwa fleischlose Streichwürste, als Nicht-Flexitarier. „Flexitarier sind damit - mehr noch als Vegetarier - die eigentlichen Träger des Veggie-Booms in Deutschland“, stellen die Nürnberger Konsumforscher fest. Die Erkenntnisse beruhen demzufolge aus Absatzdaten der Konzerne sowie Verbraucherbefragungen.

Das essen die Deutschen am liebsten
Platz 7: Fleischgerichte
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Die Deutschen sind Fleischesser: Bei vier von fünf Deutschen (83 Prozent) kommen Fleisch und Wurst mehrmals in der Woche auf den Tisch – vor allem bei Männern und stärker in den neuen Bundesländern. Und was ist mit den Vegetariern? Ihr Anteil bleibt eher gering: Nur drei Prozent der Befragten essen nie Fleisch oder Wurst. Frauen sind mit sechs Prozent bei den Vegetariern weit häufiger vertreten als Männer (ein Prozent). Das geht aus dem „Ernährungsreport 2016“ hervor, den das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft jetzt veröffentlicht hat. Im Auftrag des Ministeriums wurden vom Meinungsforschungsinstitut Forsa 1000 Bürger ab 14 Jahren befragt.

Platz 6: Pizza
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Noch beliebter als Fleisch ist bei den Deutschen die Pizza – für 14 Prozent gehört sie zu den Lieblingsgerichten. 37 Prozent der Männer bereiten sich gerne schnell eine Tiefkühlpizza zu (Frauen: 27 Prozent). Im Zeitalter von Fast Food geben gut drei Viertel an, dass ihnen Kochen Spaß macht. Besonders ausgeprägt ist die Kochlust bei jungen Erwachsenen bis 29 Jahren (81 Prozent), Frauen (80 Prozent) und Großstädtern (80 Prozent). Allerdings kochen nur 41 Prozent täglich – am häufigsten kochen Frauen (51 Prozent) und die über 60-Jährigen (50 Prozent).

Platz 5: Salat
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Beim Salat muss sich das Schnitzel (elf Prozent) geschlagen geben: 15 Prozent greifen zum Klassiker in der leichten Küche. 76 Prozent der Befragten legen Wert darauf, dass ein Lebensmittel aus ihrer Region kommt. 61 Prozent achten auf Produktinformationen, für 58 Prozent ist es vor allem wichtig, dass die Produkte preiswert sind. Etwa ein Drittel bevorzugt Produkte bestimmter Marken. Erwachsene bis 29 Jahre lassen sich vor allem von Preis (68 Prozent) und Werbung (43 Prozent) leiten.

Platz 4: Fischgerichte
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Bei 16 Prozent der Deutschen kommt Fisch auf den Teller. Agrarminister Christian Schmidt (CSU) fordert, dass auf Lebensmittelverpackungen „draufsteht, was drin ist – und umgekehrt“ – damit das Einkaufen leichter wird.

Platz 3: Kartoffelgerichte
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Auch der ruinöse Preiskampf mit hochwertigen Grundnahrungsmitteln müsse ein Ende haben. Vom Preisdumping mit Lebensmitteln profitierten auf lange Sicht weder Landwirte noch Verbraucher, sagte Schmidt bei Vorstellung der Studie. 18 Prozent der Befragten bereiten sich häufiger Kartoffelgerichte zu.

Platz 2: Gemüsegerichte
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76 Prozent der Frauen achten stärker auf eine ausgewogene Ernährung. Ihnen gelingt das im Alltag auch häufiger als Männern (62 Prozent). Statt Fleisch essen die meisten unter anderem Gemüse: 18 Prozent.

Platz 1: Pasta
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Nudelgerichte stehen ganz hoch im Kurs: 35 Prozent nennen Spaghetti, Spätzle und Co. als Lieblingsgericht. Mit Blick auf die wachsende Zahl übergewichtiger Menschen und vor allem Kinder kritisierte Bundesagrarminister Schmidt (CSU) Wissenslücken in Sachen gesunder Ernährung. Er forderte erneut ein eigenes Schulfach Ernährungsbildung.

Ob Flexitarier oder Vegetarier ist nach Beobachtungen der GfK in der Regel eine Frage des Alters: Einen konsequenten Fleischverzicht haben danach vor allem Bundesbürger bis Ende 40 zum Ernährungsprinzip erhoben. Danach sinke der Anteil der Vegetarier beständig und liege bei den 70 Jahre alten und älteren Verbrauchern nur noch bei 2,9 Prozent. Dagegen liege in dieser Altersgruppe der Anteil der Flexitarier, bei denen nur selten Fleisch oder Wurst auf den Tisch kommen, bei 54 Prozent. Bei den bis 29 Jahre alten Verbrauchern gehören dazu nur 23 Prozent. Dafür sehen sich 8,6 Prozent von ihnen als Vegetarier.

  • dpa
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