Giftiges Chrom
Greenpeace warnt vor Lederschuhen

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat in vielen Lederschuhen giftiges Chrom entdeckt. Vor allem Schuhe von Zalando sollen betroffen sein. Der Online-Händler reagiert schockiert und will die Kontrollen verschärfen.
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HamburgDie Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt vor giftigen Chemikalien in Lederprodukten. Vor allem der Stoff Chrom VI, der auch in Schuhen des Online-Händlers Zalando gefunden wurde, sei eines der großen Probleme der Lederindustrie, berichtete das „Greenpeace Magazin“ in seiner jüngsten Ausgabe.

Die Chemikalie komme als Verunreinigung in billig produzierten Gerbstoffen vor und könne sogar in fertigen Produkten etwa durch Fußschweiß gebildet werden. Durch Kontakt mit dem Gift können Allergien ausgelöst, durch Einatmen kann Krebs verursacht werden. In Billiglohnländern macht Chrom VI die Gerbereiarbeiter krank, die oft barfüßig in dem Gerbstoff waten müssen.

Zalando räumte gegenüber dem „Greenpeace Magazin“ Fehler ein. Das Unternehmen wolle in Zukunft mehr Tests machen sowie den Druck auf die Händler erhöhen, sagte ein Unternehmenssprecher dem Magazin. Über die Werte sei Zalando „geschockt“. Chrom VI war in 1500 Schuhpaaren von Zalando entdeckt worden.

Der Online-Händler lässt Schuhe seiner Eigenmarken unter anderem in Südostasien produzieren, berichtet das „Greenpeace Magazin“. Die Weiterverarbeitung von Tierhäuten verlagere sich wegen niedriger Lohnkosten und geringer Umweltauflagen immer mehr nach Asien.

Allein in China habe sich die Produktion von schwerem Rindsleder seit Mitte der 90er Jahre verdreifacht. Immer wieder sorge die asiatische Lederindustrie für Skandale - so versickerten giftige Chemikalien auf Feldern, auf denen Lebensmittel angebaut würden, Abgase verpesteten die Luft, und der Arbeitsschutz sei unzureichend.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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