Gigaliner
Wer hat Angst vorm Monstertruck?

Ob Ecocombi, Long- oder Megaliner. Es gibt einige Namen für das großes Streitobjekt. Ein Großversuch des Verkehrsministers soll Klarheit darüber bringen, ob überlange Lkws wirklich ökologische Vorteile bieten. Doch der Test ist bei Experten umstritten.
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BERLIN. Der rollende Streitfall hört auf viele Namen: Eurocombi, Ecocombi, Long-, Mega- oder gar Gigaliner. Manchmal werden die gut 25 Meter langen Laster auch kurz Monstertruck genannt. Ein Begriff, der schrill klingt in Ingo Hodeas Ohren. "Schon die Wortwahl dient kaum einer sachlichen Diskussion über Lang-Lkws", sagt der Sprecher des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV). Er sieht "mehr Chancen als Risiken" durch die Laster, die gut sechs Meter länger sind als übliche Gliederzüge, die in Deutschland bis jetzt maximal 18,75 Meter messen und ein Gesamtgewicht von 40 Tonnen nicht überschreiten dürfen.

Ramsauer spürt Gegenwind

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer will ab 2011 einen bundesweiten Test starten - ein umstrittenes Unterfangen. Acht Bundesländer, darunter Thüringen und Nordrhein-Westfalen, wollen sich nach eigenen Feldversuchen an keinen weiteren beteiligen. NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger sagt, nicht noch mehr Güter sollten auf die Straße verlagert werden: "Das widerspricht unseren verkehrs- und umweltpolitischen Zielen."

Heidi Tischmann, Güterverkehrsexpertin beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) warnt vor zusätzlichen Kosten für die Infrastruktur: "Brücken, Tunnel, Leitplanken, Parkplätze, Bahnübergänge sind weder für 60-Tonner noch für 25-Meter-Kolosse ausgestattet." Sie glaubt, dass die maximal 44 Tonnen aus den Feldversuchen "per Salamitaktik" der Regierung auf 60 Tonnen angehoben werden sollen.

"60-Tonner halten unsere maroden Brücken in der Tat nicht aus", sagt DSLV-Sprecher Hodea. Deswegen sei davon auch keine Rede gewesen. "Was zählt, ist das Volumen und nicht die Zuladung", sagt er. Seine Rechnung: Die Longliner bieten 50 Prozent mehr Raumvolumen, so ersetzen zwei von ihnen drei herkömmliche Gliederzüge. Dank einer zusätzlichen Achse verteile sich das Gewicht besser, was dem Straßenbelag zugute komme.

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