Gin, Whisky, Korn Craft-Spirituosen sind das neue Handwerk

In der Spirituosen-Branche geht der Trend zu qualitativ hochwertigen Drinks. Das machen sich auch kleinere Destillerien zunutze.
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Mit einer großen Pipette nimmt Destillateurmeisterin Nina Lang eine Qualitätsprobe aus einem Eichenfass mit hochprozentigem Alkohol. Quelle: dpa
Schlitzer Destillerie

Mit einer großen Pipette nimmt Destillateurmeisterin Nina Lang eine Qualitätsprobe aus einem Eichenfass mit hochprozentigem Alkohol.

(Foto: dpa)

SchlitzAlkohol am Arbeitsplatz – für Nina Lang ganz normal. Die junge Frau trinkt von Beruf wegen regelmäßig. Mit einer Pipette und einem Glas ausgestattet steigt sie in den Lagerkeller hinab und zapft aus schweren Holzfässern Kostproben. Korn und Whisky – aber alles nur zur Qualitätskontrolle, versteht sich.

Lang ist Destillateur-Meisterin bei der Schlitzer Destillerie in Osthessen. Die Brennerei ist nach eigenen Angaben eine der ältesten Brennereien weltweit. Die Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1585.

Heute hat sich das kleine Unternehmen mit 20 Mitarbeitern – angesiedelt in mit Fässern vollgestopften denkmalgeschützten Bauten – erfolgreich in einer Nische eingerichtet. Die Brennerei bedient auch einen Trend: handwerklich hergestellte und hochwertige Spirituosen. Nach Craft-Bier kommen nun zunehmend Craft-Spirituosen auf den Markt.

„Wir liefern nicht für den Massenmarkt, sondern konzentrieren uns auf unsere Stärken: handwerklich hergestellte Spirituosen mit hoher Qualität und Glaubwürdigkeit“, sagt Geschäftsführer Tobias Wiedelbach.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sieht ebenfalls den Trend. „In zunehmendem Maße treten handwerklich hergestellte Spirituosen in Erscheinung“, erklärt GfK-Spirituosen-Experte André Beron. „Gerade bei den Hochprozentern ist eine gesteigerte Orientierung der Verbraucher an Wertigkeit zu erkennen.“ Der Mengenkonsum trete zunehmend in den Hintergrund. „Eine Entwicklung, die auch in den nächsten Jahren die Spirituosen-Nachfrage kennzeichnen dürfte.“ Mehr Klasse als Masse ist also gefragt. Die Kundschaft sei durchaus gewillt, für bessere Qualität ein paar Euro mehr auszugeben.

Auch der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI) beobachtet einen zunehmendes Interesse der Konsumenten an Craft-Spirituosen. „Konsumenten schätzen das Handwerk und den Traditionsgedanken im Zusammenhang mit der Herstellung von Spirituosen“, sagt Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick.

Die Schlitzer Destillerie, die gar nicht so viel und günstig produzieren kann wie die Platzhirsche der Branche, hat aus der Not eine Tugend gemacht. „Bei uns entscheidet der gute Geschmack und die Erfahrung des Brennermeisters, wie unsere Erzeugnisse munden – und nicht Maschineneinstellungen in der industriellen Fertigung“, erklärt Wiedelbach. Zudem könne die Destillerie viel schneller auf Trends reagieren als die großen Tanker. „In sechs bis zwölf Monaten können wir ein neues Produkt liefern“, sagt der Geschäftsführer.

Das sind die wertvollsten Spirituosenmarken der Welt
Platz 10: Absolut
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Seit 1879 produziert der Wodka-und Spirituosenkonzern seine Getränke in Südschweden aus einer eigenen Quelle, 2008 wurde das Unternehmen dann an die französische Firma Pernod Ricard verkauft. Im aktuellen Ranking liegt Absolut mit einem Markenwert von gut 1,7 Milliarden Dollar auf dem zehnten Platz.

Quelle: Brand Finance

Platz 9: Wuliangye
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Die Wuliangye Yibin Company gehört zu den 100 größten börsennotierten Unternehmen in China. Auch wenn die Produkte des Getränkekonzerns im Westen eher unbekannt sind, zählt Wuliangye zu den global Playern im Spirituosengeschäft. Der derzeitige Markenwert liegt laut Studie bei gut 1,9 Milliarden Dollar.

Platz 8: Smirnoff
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Die Wodka-Brennerei wurde 1886 in Moskau gegründet. Sie war weltweit die erste Brennerei, die Holzkohle zum Filtern benutzte. Heute gehört die Marke zum Spirituosenhersteller Diageo. Der Markenwert liegt derzeit bei gut zwei Milliarden Dollar.

Platz 7: Bacardi
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Das Unternehmen mit Sitz auf den Bermudas verkauft den gleichnamigen Rum mit der markanten Fledermaus in mehr als 100 Länder. Gegründet wurde die Destillerie Bacardi in Santiago de Cuba am 4. Februar 1862 – die Fledermaus gilt auf Kuba als Glückssymbol. Der Markenwert von Bacardi beträgt rund 2,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Luzhou Laojiao
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Der bis zu 65 prozentige Schnaps aus dem chinesischen Sichuan dürfte für die meisten Westler auch wegen seines starken Geruchs und Geschmacks gewöhnungsbedürftig sein. Im internationalen Vergleich zählt die Marke dennoch zu den Top-Ten. Der aktuelle Wert liegt bei 2,5 Milliarden Dollar.

Platz 5: Hennessy
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Die weltweit führende Cognac-Brennerei darf in der Rangliste der wertvollsten Spirituosen-Marken natürlich nicht fehlen. Das Unternehmen mit Sitz im französischen Cognac wurde 1765 vom irischen Offizier Richard Hennessy gegründet. Mittlerweile ist die Brennerei ein Tochterunternehmen des Luxusgüterkonzerns LVMH. Der Markenwert liegt bei 2,7 Milliarden Dollar.

Platz 4: Jack Daniel´s
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Der Tennesse-Whiskey ist vielleicht nicht der feinste, dafür aber einer der am meisten verkauften. Gegründet wurde das Unternehmen 1846 von Jasper Newton „Jack“ Daniel in der Kleinstadt Lynchburg. Mittlerweile ist Jack Daniel´s die meistverkaufte amerikanische Whiskeymarke weltweit. Der Wert liegt aktuell bei rund drei Milliarden Dollar.

Schlitzer hat rund 50 Produkte im Portfolio, darunter auch prämierten Whiskey und natürlich auch einen Gin. Der Wacholder-Schnaps hat sich zum beliebten Szene-Getränk gemausert. Die Schlitzer setzen darauf, dass als nächstes Korn groß herauskommt. „Wir sind überzeugt, dass Korn einen neuen Hype bringt. Wir haben schon etliche Fässer eingelagert“, sagt Wiedelbach. Der ur-deutsche und mehr als 500 Jahre alte Schnaps könne je nach Fasslagerung unterschiedlich schmecken. „Korn kann sehr variantenreich sein. Man kann ihn natürlich pur trinken. Oder auch mit speziellem Tonic Water kombinieren.“

Von hochwertigem Korn als Mode-Getränk ist auch der Branchen-Riese Berentzen überzeugt. Der Getränkehersteller aus dem Emsland hat nun einen Premium-Doppelkorn im Repertoire. „Wir sehen den Crafted-Korn absolut als aufkeimenden Trend“, sagte Vorstand Oliver Schwegmann.

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  • dpa
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