Gläubiger vertagen sich
Letzte Galgenfrist für Schlecker

Die Zukunft von Schlecker entscheidet sich in den nächsten Tagen. Der Insolvenzverwalter gibt sich noch bis Freitag Zeit, einen Käufer zu finden. Karstadt-Investor Nicolas Berggruen ist einer von zwei Kandidaten.
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EhingenDer Gläubigerausschuss der insolventen Drogeriekette Schlecker hat die Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens vertagt. Damit hat Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz noch eine Galgenfrist für die Schlecker-Rettung erhalten.

Der Insolvenzverwalter gibt sich für die Investorensuche Zeit bis zum kommenden Freitag. „Wir müssen bis nächsten Freitag belastbare Angebote vorliegen haben“, sagte Geiwitz. Anderenfalls müsse der Betrieb eingestellt werden. Zu den Interessenten für eine Übernahme der Kette hatten zuletzt der Investor Nicolas Berggruen und Finanzinvestoren gezählt. Der Insolvenzverwalter wollte die Namen der verbliebenen zwei Investoren, mit denen er noch spreche, nicht preisgeben.

Es gehe nun darum, dass die Interessente „ein bezüglich Kaufpreis und Konzept tragfähiges Angebot vorzulegen“, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Geiwitz. „Wenn bis Freitagfrüh kein tragfähiges Konzept vorliegt, wird für Schlecker die Abwicklung erfolgen“, sagte der Sprecher weiter. Die Unternehmenstochter Ihr Platz sei von dieser Regelung ausdrücklich ausgenommen.

Tausende Schlecker-Beschäftigte hoffen auf eine Rettung in letzter Sekunde. Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen ist an der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker interessiert. Ein Sprecher der Nicolas Berggruen Holdings GmbH bestätigte am Freitag der Nachrichtenagentur dpa, dass das Unternehmen Gespräche mit dem Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz geführt habe. Weitere Angaben wollte er nicht machen. Vom Treffen des Gläubigerausschusses wurden ein richtungsweisender Beschluss erwartet, der über Fortführung oder Zerschlagung Schleckers entscheiden dürfte.


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Die Gewerkschaft Verdi begrüßte die Gespräche mit Berggruen. „Wir sind im Sinne der Zukunft der Schlecker-Beschäftigten offen für Investoren, die den Erhalt der Arbeitsplätze im Blick haben und werden vorliegende Fortführungskonzepte sorgfältig prüfen und bewerten“, sagte Verdi-Sprecherin Christiane Scheller.

Der Gläubigerausschuss tagte hinter verschlossenen Türen. Der Druck war so groß wie nie: Vier Monate sind bereits seit dem Antrag auf Insolvenz vergangen, Ende März war das Verfahren eröffnet worden. Bundesweit wurden rund 10.000 Beschäftigten gekündigt, nachdem die Gründung einer Transfergesellschaft gescheitert war.

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