Gläubigerausschuss des Kataloghändlers Spiegel will rechtliche Schritte gegen Versandhaus-Milliardär einleiten
Otto hofft in den USA auf Einigung

Dem Hamburger Versandhaus-Milliardär Michael Otto droht eine Millionenklage vom Gläubigerausschuss des zusammengebrochenen US-Kataloghändlers Spiegel Inc. Der Ausschuss will die Klage im Januar einreichen, wenn das Konkursverfahren beendet ist.

HAMBURG/NEW YORK. „Nach Abschluss des Konkursverfahrens werden die Kreditgeber voraussichtlich juristische Schritte gegen Herrn Otto einleiten“, sagte der New Yorker Anwalt Howard Seife von der Kanzlei Chadbourne & Parke, der den Gläubigerausschuss vertritt, dem Handelsblatt.

Der US-Katalogversender gehörte zu 89 Prozent der Familie des Versandhausmanagers Michael Otto. Spiegel hatte im März 2003 Gläubigerschutz nach Artikel 11 des US-Konkursrechts beantragt. Der ehemals fünftgrößte Katalogversender der USA war 2001 finanziell ins Schlingern geraten. Der Grund: Viele Kunden konnten die Konsumentenkredite, die Spiegel ihnen gewährt hatte, nicht zurückzahlen.

Die Banken wollen nun Michael Otto persönlich für die Spiegel-Kredite haftbar machen. Seife wirft dem Hamburger Unternehmer geschäftliches Fehlverhalten vor. Laut US-Gerichtsunterlagen soll Otto, der im Verwaltungsrat der Spiegel Inc. saß, dafür gesorgt haben, dass der börsennotierte Katalogversender von November 2001 bis kurz vor den Zusammenbruch im Februar 2003 keine Geschäftsberichte veröffentlicht hat. Die an der Technologiebörse Nasdaq notierte Spiegel Inc. unterliegt aber den Börsenregeln und danach ist zur Veröffentlichung von Quartalsberichten verpflichtet. In dieser Sache ermittelt auch die US-Börsenaufsicht SEC.

Wie das Handelsblatt aus Kreisen des Otto-Versands erfuhr, hofft Michael Otto auf eine außergerichtliche Einigung. Danach soll eine Versicherung die Folgeschäden tragen, die den Gläubigern durch das Versagen des Spiegel-Managements entstanden sind. Otto selbst und weitere Mitglieder des Spiegel-Verwaltungsrats sind gegen Haftungsrisiken versichert, heißt es. Zahlt die Versicherung, soll der Gläubigerausschuss auf eine Klage verzichten.

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