Glosse
Trinkt mehr Bier!

Im Kampf gegen Biermüdigkeit setzt Bitburger auf die Digitalisierung und bietet kostenloses W-LAN und Online-Trinkspiele. Da geht aber noch mehr – die Tabakindustrie reibt sich schon die Hände.

DüsseldorfDie Deutschen sind biermüde geworden. Deshalb greift Bitburger jetzt zur neuen Wunderwaffe: Mit kostenfreien W-LAN lockt der Gerstensaftbrauer das Volk zukünftig in die Kneipe, um zum Saufen zu animieren. Online Trinkspiele inklusive – Gewinnspiele nennt Bitburger das.

Ich sehe den Traum der Bier-Marketingspezialisten aus der Eifel schon vor mir: Die Massen strömen jetzt für den begehrten Bitburger Hotspot in die Bierkneipen der Nation. Am besten schon fürs Homeoffice – wer braucht denn Kaffee, wenn er nicht mehr bis Feierabend aufs Bier warten muss. Und wie gesellig wird es dann erst mit Kollegen oder Freunden beim Biergewinnspiel.

Wahrscheinlich spendiert der Bierkonzern fürs Hinterlassen der Kundendaten beim ersten Log-in schon mal ein Freibier. Wer dann noch die Bitburger-Kneipen-App herunterlädt, bekommt doch bestimmt noch mal ein Bierchen dazu, inklusive Digitalpass für den treuen Trinker. Per QR-Code werden dann die konsumierten Humpen registriert, für jeden Zehnten gibt’s einen Elften gratis dazu. Im Trinkspielteil der App finden sich Würfel- und Kartenspiele, damit der Abend noch feucht-fröhlicher wird.

Und damit auch dem Handy nix passiert und bei so viel Feierei nicht verloren geht, bekommt jeder W-LAN Nutzer eine Hülle zum Umhängen fürs Telefon. Natürlich wasserdicht. Je später der Abend desto feuchter kann es werden, und das Handy darf sich sicher fühlen – selbst falls es beim Umarmen der Kloschüssel versehentlich ein Bad nimmt oder beim Nach-Hause-Torkeln den Asphalt küsst.

Vielleicht macht die Idee auch Schule, denn Raucher gibt es ja auch immer weniger. Dann gibt‘s eventuell in Zukunft in den Raucherecken Deutschlands den kostenfreien Marlboro Hotspot. Mit gesponsortem Regendach und Heizpilz im Winter. Da raucht man doch auch gerne mal zwei oder drei Zigaretten, wenn man nebenher surfen kann.

Die Promotiondamen mit ihren engen Röckchen und den großen Umhängetaschen findet man dann zukünftig direkt an den Hotspots mit den Zugangscodes fürs Netz. Ist ja dann auch für die weniger Arbeit und zielgruppenspezifischer – haben also beide Seiten was davon. Für die Kundendaten gibt es ein Feuerzeug oder ein paar Kippen. Und wenn man am Zigarettenautomat übers W-LAN bezahlt, dann kann man Raucherpunkte direkt aufs Kundenkonto sammeln um nach der fünfzigsten Schachtel ein Päckchen gratis zu erhalten. Kooperation mit Bitburger nicht ausgeschlossen.

Ach wie schön, wenn ungesund leben wieder mehr belohnt wird!

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