Glücksspielgeschäft
Lotto-Chef fordert mehr Freiheit

Die staatliche Glücksspiel-Verwaltung will ihr Geschäft kräftig ausbauen und verlangt dafür Gesetzesänderungen.Der Vorstoß empört die private Konkurrenz – sie kündigt bereits Klagen an. Unstrittig ist, dass der Glücksspielstaatsvertrag verändert werden muss.
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MÜNCHEN. Die staatliche Lotterieverwaltung will ihr Geschäft mit Sportwetten unter der Marke Oddset deutlich ausbauen – und treibt mit ihren Plänen die privaten Anbieter auf die Barrikaden. „Ich bin überzeugt, dass Oddset mit dem Internet als Vertriebsweg, mit attraktiven Quoten und informativer Werbung einen Großteil des Schwarzmarkes zurückerobern kann“, sagte Erwin Horak, Bayernlottochef und Federführer im Deutschen Lotto- und Totoblock, dem Handelsblatt. Er fordert deshalb vom Gesetzgeber deutlich mehr Freiheiten als bisher.

Es ist kein Zufall, dass Horak jetzt in die Offensive geht. Am Mittwoch beraten die Ministerpräsidenten erneut über die Zukunft des Glücksspielstaatsvertrags. Das Abkommen schreibt das staatliche Monopol auf Sportwetten fest. Doch die Übereinkunft läuft Ende kommenden Jahres aus.

Unstrittig ist, dass der Vertrag verändert werden muss. Milliarden an Wetteinsätzen fließen momentan in illegale, ausländische Angebote im Internet. Doch wie genau es künftig weitergehen soll, darüber tobt ein heftiger Streit. Die privaten Anbieter sind empört über den Vorstoß von Horak. „Im Zeitalter des Internets sind die bestehenden Verbote sinnlos“, sagt Jörg Wacker, Direktor der österreichischen Wettfirma Bwin. Sollten die Ministerpräsidenten auf die Linie der staatlichen Lotterieverwaltung einschwenken, so würden das Firmen wie Bwin nicht hinnehmen: „Falls das Monopol bleibt, werden die Rechtsstreitigkeiten über Jahre hinweg weitergehen.“

Durch größere Freiheiten in der Vermarktung von Oddset will Horak die Wettumsätze von zuletzt 239 Millionen Euro „schon kurzfristig auf 750 Millionen Euro im Jahr erhöhen“. Damit stünde deutlich mehr Geld für Kunst, Sport und all die anderen Bereiche zur Verfügung, die mit dem Gewinn gefördert würden. Bislang unterliegt Oddset strengen Auflagen, darf keine Online-Wetten anbieten und nur begrenzt werben.

Horaks Vorschlag sei schon deshalb abwegig, weil auch bei einer Steigerung des Umsatzes auf 750 Millionen Euro der größte Teil der Wetteneinnahmen von geschätzten knapp acht Milliarden Euro im Jahr über Internetangebote weiter ins Ausland fließen würden, argumentieren die Privaten. Sie fordern einen offenen, aber staatlich regulierten Markt, in dem sich die Firmen um Lizenzen bemühen müssen. Die Wettumsätze würden dann in Deutschland versteuert, was letztlich allen zugute käme.

Um Widerstände gegen seine Expansionspläne zu überwinden, will Horak die Sportverbände „unmittelbar an den Erträgen der staatlichen Sportwetten beteiligen“. Die Sportfunktionäre sind bislang auf Seiten der Privaten, weil sie auf neue Einnahmen aus Sponsoring und Werbung hoffen.

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  • Herr Horak blendet völlig aus, dass in den Spielhallen die folgenden Maßnahmen ergriffen werden müßten: 1. Da Geldspielautomaten ein viel höheres Suchtpotenzial als Sportwetten aufweisen, muss eine mindestens ebenso strenge Regelung wie bei Oddset-Wetten eingeführt werden. 2. Das bedeutet eine komplette Erfassung der Spieleinsätze jedes einzelnen Spielers an jedem einzelnen Gerät. 3. Dafür müssen alle Geldspielautomaten mit Kartenlesegeräten ausgestattet und mit einem Zentralcomputer vernetzt werden. 4. Wer als spielsüchtig auffällt ( die Kriterien dafür müssten noch festgelegt werden ), wird sofort für sämtliche Geldspielautomaten gesperrt. 5. Natürlich dürfen solche Geldspielgeräte nicht mehr von Privaten betrieben werden, da nur der Staatsmonopolismus die Spieler schützen kann. 6. Deshalb müssen die Spielhallen entweder verstaatlicht oder geschlossen werden. ich glaube nicht, dass der zuständige Minister brüderle ( FDP ) das durchzieht. Der Glücksspielstaatsvertrag, ob alt oder neu, ist folglich am Ende. Herr Horak ist wohl der Letzte, der das bemerkt.

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