Göttinger Gruppe
Insolvenzverfahren gegen Securenta AG eingeleitet

Das Amtsgericht Göttingen hat das Insolvenzverfahren gegen die Securenta AG, die Hauptgesellschaft des umstrittenen Finanzkonzerns Göttinger Gruppe, eingeleitet.

rrl/HB GÖTTINGEN. Anlass sei der Antrag eines Anlegers auf Feststellung der Zahlungsunfähigkeit, sagte Gerichtssprecher Dietmar Brosche am Freitag. Das Amtsgericht habe den Hamburger Notar Peter Knöpfel als vorläufigen Verwalter eingesetzt. Die Securenta AG könne derzeit keine rechtsgültigen Verfügungen mehr ohne Zustimmung des Verwalters vornehmen.

Gegen die Führungsspitze der Göttinger Gruppe waren in den vergangenen Tagen mehr als 200 zivilrechtliche Haftbefehle ergangen, um eidesstattliche Versicherungen zu erzwingen. In einer eidesstattlichen Versicherung gibt ein Schuldner Auskunft über sein Vermögen.

Anlegeranwälte hatten vor der Insolvenz der Göttinger Gruppe gewarnt. Die Gruppe hatte in den 1990er-Jahren an rund 80 000 Anleger stille Beteiligungen in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro verkauft. Wegen unsauberer Vertriebsmethoden für ihr höchst umstrittenes, als Altersvorsorge verkauftes Anlagemodell wurde die Göttinger Gruppe in den vergangenen Jahren mit Schadenersatzprozessen überhäuft. Anleger, die aufgrund gewonnener Prozesse oder geschlossener Vergleiche Rückzahlungen von der Göttinger Gruppe erhielten, liefen nun Gefahr, dass der Konkursverwalter erhaltene Gelder zurückfordere, warnten Anwälte bereits Anfang der Woche.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen Verantwortliche der Göttinger Gruppe wegen Insolvenzverschleppung und Anzeigen, die auf Anlagebetrug hindeuten.

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