Gol aus Brasilien und Sky aus Chile setzen etablierte Anbieter unter Druck
Billigflieger mischen Südamerika auf

In Europa sind Billigflieger längst eine feste Größe – nun erobern die günstigen Fluggesellschaften auch den südamerikanischen Markt. Anbieter wie Gol aus Brasilien oder Sky aus Chile wollen den etablierten Fluggesellschaften weitere Marktanteile abnehmen.

BUENOS AIRES. Bis Ende des Jahres plant etwa Gol, rund ein Drittel des brasilianischen Luftverkehrs auf sich zu vereinen, wie Konzernchef Constatini Junior ankündigte – derzeit sind es 23 Prozent.

Gol hat dem Platzhirsch in Brasiliens Luftverkehr, der Varig-Gruppe, bereits stark zugesetzt. Binnen vier Jahren hat sich Varigs Marktanteil von 42 Prozent auf 31 Prozent reduziert – mit entsprechenden Auswirkungen auf Gewinn und Umsatz im Heimatmarkt. Gol hingegen protzt: Im vorigen Jahr steigerte das Familienunternehmen seinen Umsatz um 40 Prozent auf 550 Mill. Euro, der Gewinn verdoppelte sich auf 105 Mill. Euro.

Branchenexperte Bob Booth von Av Group aus Miami hält Gol für einen der lukrativsten Fluggesellschaften weltweit. „Gol hat zudem bessere Wachstumsaussichten als die Billigflieger in Europa oder den USA, weil sie in einem Markt mit einer viel größeren Wachstumspotenzial arbeiten“, erläutert er. Diese Aussichten locken weitere Gesellschaften an, die sich als Billiganbieter in Brasilien und anderen Ländern Südamerikas formieren.

Beispielsweise Ocean Air, die zum Werft- und Energiekonzern Holding Sinergy gehört. Ocean hat sich mit einer Billigpreisstrategie schon eine feste Position im Norden Brasiliens geschaffen. Jetzt greift das Unternehmen im peruanischen Markt an, den die chilenische Fluggesellschaft LAN mit einem Anteil von 70 Prozent dominiert. Unter dem Namen Wayra Perú dringt Ocean Air in den Andenstaat vor.

Konzernchef German Efromovich verfolgt aber noch größere Ziele: Er hat die Fluglizenz der kolumbianischen Gesellschaft Avianca übernommen und will die kolumbianische Hauptstadt Bogotá zum Drehkreuz für Flüge nach Nordamerika ausbauen – seine Jets aus Brasilien und Peru sollen die Passagiere zu dem Hub bringen.

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