Goldpreis
Juweliere profitieren vom Gold-Boom

Die Nachfrage nach Gold ist so hoch wie nie zuvor. Die Wertigkeit des Edelmetalls ist in den Augen der Verbraucher offenbar wieder signifikant gestiegen – sehr zur Freude der Juweliere, die im beginnenden Weihnachtsgeschäft von der Finanzkrise nichts spüren. Vor allem eine neue Käufergruppe wird immer wichtiger: russische Geschäftsleute.

DÜSSELDORF. Die Anleger suchen Schutz vor den Turbulenzen an den Weltfinanzmärkten. Dank der zeitweise rückläufigen Goldpreise kaufen zudem die Schmuckhersteller wieder zu. Mit Blick auf das Weihnachtsfest läuft es auch im Einzelhandel bisher gut.

Die Goldnachfrage erreichte nach Angaben des World Gold Council (WGC) im dritten Quartal 2008 den Rekordwert von 32 Mrd. US-Dollar. Damit sei der bisherige Höchststand des Vorquartals um 45 Prozent überboten worden, berichtet die Vermarktungsorganisation der weltweit größten Goldminengesellschaften. Die Nachfrage der Privatanleger sprang um 121 Prozent auf 232 Tonnen. Gefragt waren vor allem Barren und Münzen, das galt in der Schweiz wie in Deutschland und den USA. Auch der Zufluss in Gold-ETF, mit dem Edelmetall unterlegte börsennotierte Investmentfonds, erreichte laut WGC mit 150 Tonnen einen Rekordwert.

Im Preis des Edelmetalls haben sich die starken Zuflüsse und die hohe Nachfrage nur zum Teil niedergeschlagen. Grund dafür sind vor allem die Verkäufe durch Investoren wie Hedge-Fonds, die ihre Rohstoffpositionen auflösen mussten, um in anderen Märkten die Löcher zu stopfen. Ohne die starke Nachfrage wäre der Goldpreis wohl stärker abgerutscht. Seit Ende Oktober schwankte der Preis um 750 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Zum Wochenbeginn hat Gold nun einen Sprung über die Marke von 800 Dollar gemacht; Händler berichten erneut von der Suche der Anleger nach Sicherheit. Gleichwohl, vor der „Liquidation von Engagements in Rohstoffindizes“, wie es das WGC nennt, hatte das Edelmetall Mitte Oktober zeitweise sogar über 900 Dollar gekostet. Noch teurer war es Ende März: Damals stieg der Goldpreis auf das Rekordhoch von 1 030 Dollar.

Der Preisrückgang lockte die Schmuckindustrie. In Ländern wie Indien, wo Goldschmuck traditionell stark gefragt ist, zog die Nachfrage auf Dollar-Basis laut WGC um 65 Prozent oder 40 Tonnen an. Zuwachsraten zwischen 40 und zehn Prozent wurden zudem im Nahen Osten, in Indonesien und China verzeichnet. In westlichen Industrieländern, etwa in den USA, zeichnet sich dagegen eine schwächere Nachfrage ab.

Lange Lieferfristen bestehen für Investmentbarren – eine Folge der wachsenden Nachfrage wegen der Finanzkrise. Daraus dürfe aber „keinesfalls auf eine allgemeine Goldknappheit geschlossen werden“, warnt Wolfgang Wrzesniok-Rossbach von der Heraeus Metallhandelsgesellschaft. Die Knappheit liege an den begrenzten Produktionskapazitäten für Anlagebarren.

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